Musik & Kultur der Synagoge - Festival kommt nach Borgholz | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 02.07.2026 10:55

Musik & Kultur der Synagoge - Festival kommt nach Borgholz

Die ehemalige Synagoge Borgholz wurde erneut zu einem der Veranstaltungsorte des landesweiten Festivals „Musik & Kultur der Synagoge“ ausgewählt. Das Festival bringt die Vielfalt jüdischer Musik und Kultur in westfälische Synagogen und Erinnerungsorte und wurde 2008 von der Evangelischen Stadtakademie Bochum ins Leben gerufen. Es verbindet Musik, Geschichte und Begegnung.
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, um eine Kollekte zur Deckung der Veranstaltungskosten wird gebeten.

Der Festival-Nachmittag in Borgholz beginnt am Sonntag, 5. Juli, um 14 Uhr in der ehemaligen Synagoge mit dem Vortrag „Rolf Abrahamsohn – (ein) deutschjüdisches Leben im 20. Jahrhundert“. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Jüdischen Museums Westfalen, Ayleen Winkler, zeichnet darin den bewegenden Lebensweg des Holocaust-Überlebenden Rolf Abrahamsohn nach. Sein Leben steht beispielhaft für die wechselvolle Geschichte jüdischen Lebens in Deutschland – vom gleichberechtigten Zusammenleben über die Zeit der nationalsozialistischen Verfolgung bis zum Neubeginn nach 1945.
Um 15.30 Uhr folgt eine Führung „Auf jüdischen Spuren in Borgholz“. Mitglieder des Freundeskreises Synagoge Borgholz führen die Besucher durch die ehemalige Synagoge sowie zum jüdischen Friedhof. Dabei vermitteln sie die Geschichte der jüdischen Gemeinde, deren Anwesenheit in Borgholz bereits seit 1622 nachgewiesen ist. Die heutige Fachwerk-Synagoge entstand nach dem Stadtbrand von 1836 an der Stelle eines älteren Bethauses. Auf dem außerhalb des Ortes gelegenen jüdischen Friedhof erinnern noch 54 erhaltene Grabsteine an mehrere Jahrhunderte jüdischen Lebens.
Den musikalischen Abschluss bildet um 17 Uhr ein Konzert in der katholischen Pfarrkirche St. Marien. Unter dem Titel „Lieder der Synagoge“ erklingen Kompositionen des deutsch-amerikanischen Kantors Erich Mendel (Eric Mandell), der 1939 aus Deutschland emigrieren musste. Seine liturgischen Melodien wurden eigens für dieses Projekt neu arrangiert.
Gestaltet wird das Konzert vom Münsteraner Ensemble „mendels töchter“ sowie dem Frauenchor BellaDonna unter der Leitung von Marion Röber. Ergänzt wird das Programm durch eindrucksvolle Vertonungen der Gedichte der jüdischen Schriftstellerin Ilse Weber, die im KZ Theresienstadt ermordet wurde.

north