Optisch reizvoll, aber gesundheitsgefährdend: Riesenbärenklau | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 20.03.2026 09:39

Optisch reizvoll, aber gesundheitsgefährdend: Riesenbärenklau

Der Riesenbärenklau sollte im April und Mai bekämpft werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dabei sind allerdings Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um Hautverbrennungen zu vermeiden. (Foto: Kreis Höxter)
Der Riesenbärenklau sollte im April und Mai bekämpft werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dabei sind allerdings Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um Hautverbrennungen zu vermeiden. (Foto: Kreis Höxter)
Der Riesenbärenklau sollte im April und Mai bekämpft werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dabei sind allerdings Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um Hautverbrennungen zu vermeiden. (Foto: Kreis Höxter)
Der Riesenbärenklau sollte im April und Mai bekämpft werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dabei sind allerdings Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um Hautverbrennungen zu vermeiden. (Foto: Kreis Höxter)
Der Riesenbärenklau sollte im April und Mai bekämpft werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dabei sind allerdings Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um Hautverbrennungen zu vermeiden. (Foto: Kreis Höxter)

Die bis zu vier Meter hohe Herkulesstaude, auch als Riesenbärenklau bekannt, sieht zwar schön aus, kann jedoch die Gesundheit gefährden. Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Höxter warnt vor der giftigen Pflanze. Berührungen können allergische Symptome wie Schwellungen, Rötungen und verbrennungsähnliche Wunden auslösen.

„Wir empfehlen, die Jungpflanzen des Riesenbärenklaus bereits im April oder Mai restlos zu entfernen, dabei ist extreme Vorsicht geboten”, erklärt Dr. Kathrin Weiß, Leiterin des zuständigen Fachbereichs Bauen, Planen und Geoinformation. Ursprünglich aus dem Kaukasus stammend, zählt der Riesenbärenklau zu den invasiven Arten, die sich im Kreis Höxter massiv ausgebreitet haben. Bevorzugt siedelt sich die großblättrige Staude an Gewässerrändern an.

Pflanzensaft hochgefährlich

In Kombination mit UV-Licht führt der Kontakt mit der Pflanze zu schmerzhaften Hautentzündungen und Blasen. Bei großflächigen Verletzungen ist medizinische Hilfe unerlässlich. „Besonders Kinder sind gefährdet, wenn sie zwischen den hohen Stauden spielen oder die auffälligen Blüten pflücken”, erläutert Dr. Kathrin Weiß die Risiken.

Neben der Gesundheitsgefahr bedroht die Staude das ökologische Gleichgewicht. Seit 2014 engagiert sich der Kreis Höxter aktiv gegen den botanischen Eindringling. Die Landschaftsstation im Kreis Höxter koordiniert seit Jahren Maßnahmen in Schutzgebieten, um die heimische Artenvielfalt zu bewahren. „Ein großer Dank gilt allen Freiwilligen, die uns bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen”, so die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises.

Beseitigung der Pflanze liegt in Verantwortung der Grundstückseigentümer Auf Privatgelände liegt die Verantwortung zur Beseitigung bei den Eigentümern oder Pächtern. Diese sind aufgerufen, die gefährlichen Pflanzen im Frühjahr zu entfernen. Sobald die Staude im Juni oder Juli blüht, verteilen sich die Samen unkontrolliert. Das bloße Kappen der Blüten reicht nicht aus, da die Pflanze regenerationsfähig ist und neue Triebe bildet. Da die Samen bis zu zehn Jahren keimfähig bleiben, müssen Fundorte über Jahre hinweg nachkontrolliert werden. Frische Austriebe sollten umgehend entfernt werden. „Chemische Unkrautvernichter sind dabei nicht erlaubt”, stellt Dr. Kathrin Weiß klar. Der Einsatz ist auf nicht-landwirtschaftlichen Flächen, in Gewässernähe sowie im Privatgarten verboten.

Standorte melden und Pflanze bekämpfen

Um die Bestände im Kreisgebiet lückenlos zu erfassen, bittet der Kreis Höxter um die Meldung von Standorten. „Wir setzen auf die Unterstützung der Bevölkerung. Bitte prüfen Sie Gärten und Nutzflächen auf Riesenbärenklau und greifen Sie ein”, sagt Dr. Kathrin Weiß. Die Staude treibt zeitgleich mit dem Rhabarber aus und erreicht aktuell bereits eine Höhe von etwa 50 Zentimetern.

Der Kreis Höxter rät zur Bekämpfung in den Monaten April und Mai. Die effektivste Methode ist das Ausstechen oder Absägen der Wurzel, wobei der Wurzelstock komplett durchtrennt werden muss. Dies sollte idealerweise vor der Blüte oder spätestens zu Beginn der Samenreife geschehen. Vertrocknete Stängel und Blätter können kompostiert werden. Die Blütenstände müssen jedoch sicher in Plastiksäcken verpackt über den Restmüll entsorgt werden, um ein Nachreifen der Samen zu verhindern.

Größte Vorsicht bei der Arbeit

Bei der Beseitigung ist Schutzausrüstung unverzichtbar: Lange Kleidung, Handschuhe und eine Schutzbrille sind ratsam. Jeder Hautkontakt mit dem giftigen Saft muss vermieden werden. Bei Berührung sollte die Stelle sofort mit viel Wasser gereinigt und vor Sonnenlicht geschützt werden. Zudem ist ein längerer Aufenthalt in dichten Beständen zu vermeiden, da die Ausdünstungen Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen verursachen können.

Wer Fragen zur Bekämpfung hat oder Pflanzenstandorte melden möchte, wendet sich an die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Höxter, Tel. 05271 / 965-4212.

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