Schwalben gelten als willkommene Frühlingsboten, die Glück für Haus und Hof bringen. „Aber die Vögel gehören leider auch zu den bedrohten Arten und stehen daher unter besonderem Schutz“, sagt die Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Höxter, Dr. Kathrin Weiß. Das gilt auch für ihre kugelförmigen Nester, die weder entfernt noch beschädigt werden dürfen. Darauf weist der Kreis Höxter zum Schutz der Schwalben hin.
Von April bis September leben die heimischen Mehl- und Rauchschwalben als Kulturfolger im Siedlungsbereich. Sie bauen ihre Nester mit großem Aufwand aus Lehmkügelchen unter Stalldächern und Dachvorsprüngen, um ihren Nachwuchs warm und trocken aufzuziehen. Diese haltbaren Lehmnester nutzen sie jedes Jahr wieder, weil der Bau viel Energie kostet. Deshalb stehen auch die Nester als Brut- und Lebensstätte der weitreisenden Zugvögel ganzjährig unter Schutz. Den Winter verbringen Schwalben in Afrika.
Vor Sanierungs-, Umbau- oder Fassadenarbeiten sollten Eigentümerinnen und Eigentümer daher prüfen, ob sich Schwalbennester am Gebäude befinden. „Müssen Nester ausnahmsweise entfernt werden, ist ein frühzeitiger Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde erforderlich. Ob und unter welchen Voraussetzungen eine Ausnahme möglich ist, wird dann im Einzelfall geprüft“, so Dr. Weiß vom Kreis Höxter.
„Schwalben gehören zu unserer Kulturlandschaft und sind ein wichtiger Bestandteil der biologischen Vielfalt im Kreis Höxter. Wer Schwalben an seinem Haus duldet oder ihnen sogar neue Nistmöglichkeiten bietet, leistet einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz. Mit einfachen Maßnahmen, etwa dem Anbringen von Kotbrettern unter den Nestern, lassen sich mögliche Verschmutzungen wirksam vermeiden und das Zusammenleben von Mensch und Tier gelingt problemlos“, betont die Fachbereichsleiterin Dr. Kathrin Weiß.
Schwalben sind zudem ausgesprochen nützliche Mitbewohner. Während der Aufzucht ihrer Jungen erbeuten sie täglich mehrere Tausend Fluginsekten wie Mücken und Fliegen und tragen so auf natürliche Weise zur Regulierung der Insektenpopulation bei.
Wer Schwalben unterstützen möchte, kann künstliche Nisthilfen an geeigneten Gebäuden anbringen oder den Vögeln den Zugang zu bestehenden Nistplätzen ermöglichen. Auch der Erhalt von Lehmpfützen oder feuchten Bodenstellen erleichtert den Tieren den Nestbau.
Für Fragen rund um den Schutz von Schwalben und ihren Nestern sowie zu geplanten Baumaßnahmen steht Antje Kayser von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Höxter gerne unter Tel. 05271/965-4217 oder per E-Mail an a.kayser@kreis-hoexter.de zur Verfügung.