Als einer der ersten Kreise in Nordrhein-Westfalen hat der Kreis Höxter bereits im November 2019 den „Interdisziplinären Qualitätszirkel Frühe Hilfen“ (IQZ) zur berufsübergreifenden Unterstützung von Schwangeren und Familien mit Kleinkindern gegründet. Nun übernimmt mit Katharina Brotzmann, Netzwerkkoordinatorin der Frühen Hilfen des Kreises Höxter, und Anke Nolte-Martin, Ärztin im Gesundheitsdienst des Kreises Höxter, ein neues Leitungs-Tandem die Moderation des Gremiums aus Medizin, Pädagogik und Sozialarbeit. Sie treten die Nachfolge der Mitbegründerinnen Dr. Annette Faig (Ruhestand) und Silke Merkel, Leiterin der Abteilung Soziale Dienste beim Kreis Höxter, an.
„Frühe Hilfen leben von einer guten Zusammenarbeit. Im ‚Interdisziplinären Qualitätszirkel Frühe Hilfen‘ im Kreis Höxter haben wir einen Raum geschaffen, in dem Fachkräfte unterschiedlicher Professionen voneinander lernen und gemeinsam Lösungen für Familien entwickeln können“, berichten die beiden neuen Leiterinnen Anke Nolte-Martin und Katharina Brotzmann.
„Der freiwillige Zusammenschluss bündelt die Expertisen verschiedener Systeme. Wo einzelne Fachkräfte in komplexen Situationen mit Mehrfachbelastungen – wie Erziehungsunsicherheiten, finanziellen Sorgen oder psychischen Problemen – oft nur einen Ausschnitt sehen, entsteht im gemeinsamen Austausch ein umfassendes Gesamtbild“, so Katharina Brotzmann.
Das Kernstück bilden dabei anonymisierte Familienfallkonferenzen, bei denen konkrete Herausforderungen aus dem Arbeitsalltag reflektiert und passgenaue Hilfswege erarbeitet werden. „Es geht nicht darum, das Vorgehen einzelner Akteure zu bewerten, sondern im direkten Dialog voneinander zu lernen“, betont Anke Nolte-Martin.
„Jede Berufsgruppe bringt ihre eigene Expertise ein. Gerade diese unterschiedlichen Blickwinkel machen den Interprofessionellen Qualitätszirkel Frühe Hilfen im Kreis Höxter so wertvoll“, so Anke Nolte-Martin weiter.
Trotz struktureller Herausforderungen wie Zeitmangel, organisatorischem Aufwand und knappen personellen Ressourcen in der Praxis sei die Motivation im festen Teilnehmerkreis hoch, um Hürden für Familien abzubauen.
Das neue Moderatoren-Tandem will unter anderem die Fachkräfte noch besser vernetzen, die Qualität der Arbeit verbessern und die Kooperationen zwischen Systemen stärken: „Kurze Kommunikationswege und gegenseitiges Vertrauen sind wichtige Erfolgsfaktoren. Der ‚Interprofessionelle Qualitätszirkel Frühe Hilfen‘ im Kreis Höxter trägt dazu bei, diese Beziehungen nachhaltig zu festigen“, betonen Katharina Brotzmann und Anke Nolte-Martin.
„Es freut mich besonders zu sehen, wie aus fachlichem Austausch tragfähige Kooperationen entstehen. Genau diese Vernetzung macht die Frühen Hilfen im Kreis Höxter stark“, unterstreicht Katharina Brotzmann die Bedeutung der engen Zusammenarbeit. Das übergeordnete Ziel aller Beteiligten bleibt dabei fest im Blick: Jedem Kind soll im Kreis Höxter von Geburt an ein gutes Aufwachsen ermöglicht werden, und Familien sollen auch in schwierigen Lebenslagen bestmöglich begleitet werden.
Das interprofessionelle Gremium besteht aus einem festen Fachkreis aus dem Gesundheitswesen sowie der Kinder- und Jugendhilfe. Aktuell engagieren sich folgende Mitglieder im IQZ Frühe Hilfen:
Leitung und aktuelles Moderatoren-Tandem: Anke Nolte Martin (Ärztin im Gesundheitsdienst des Kreises Höxter), Katharina Brotzmann (Netzwerkkoordinatorin der Frühe Hilfen des Kreises Höxter).
Medizinischer Bereich: Firoz Ahmadi (Chefarzt Kinder- und Jugendmedizin, St. Ansgar Krankenhaus Höxter), Birgit Emde-Gräbe (Gynäkologische Praxis, Warburg), Karin Hanfland (Allgemeinmedizin, Warburg), Dr. Claudia Schlenke (Ärztin im Gesundheitsdienst Kreis Höxter) sowie Christiane Rutkowski (Familienhebamme, Elternlotsendienst auf der Geburtsstation und Kinderintensivstation), Steffani Schröder-Czornik (ärztliche Leitung der LWL-Tagesklinik in Höxter).
Kinder- und Jugendhilfe: Johanna Esch (Netzwerkkoordination Frühe Hilfen Kreis Höxter), Nadine Hennemann und Maren Richard (beide Allgemeiner Sozialer Dienst, Team Brakel), Kerstin Sünnemann (Allgemeiner Sozialer Dienst Kreis Höxter, Team Höxter), Marita Kopp-Spieker (AWO Kreisverband Höxter e.V.).
Der „Interdisziplinäre Qualitätszirkel (IQZ) Frühe Hilfen“ im Kreis Höxter ist eine regelmäßig tagende Arbeitsgruppe mit Fachkräften aus dem Gesundheitswesen sowie der Kinder- und Jugendhilfe. Das vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) geförderte Projekt dient der systematischen Vernetzung an den Schnittstellen von Medizin und Sozialpädagogik. Ziel ist es, psychosoziale Notlagen frühzeitig zu erkennen, unkomplizierte Beratungswege zu schaffen und Hilfsangebote direkt an Familien mit Kindern im Alter von null bis drei Jahren sowie werdende Eltern zu vermitteln.