Bürgerspiele, Musik und Folklore | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 16.07.2026 10:10

Bürgerspiele, Musik und Folklore

Die Bürgerspielgruppe des Heimat- und Verkehrsvereins Warburg probt schon eifrig und die fleißigen Aktiven der Warburgs Aktive Rentner stehen ebenfalls in den Startlöchern zum Aufbau des Festgeländes: Das 48. Warburger Kälkenfest steht bevor. Vom 14. bis 16. August werden im schönsten und größten Biergarten der Region wieder Bürgerspiele und Musik, Tanz und Folklore geboten.

Der Herold der Hansestadt und Klaus Stalze, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Warburg, werden das Fest am Freitag um 19 Uhr eröffnen, nachdem von 18.30 Uhr an bereits der Gerberumzug stattgefunden hat.

Um 20.30 Uhr geht das erste Bürgerspiel über die Bühne: „Das saure Bier” heißt das Stück. Es feierte vor 17 Jahren bereits Premiere.

Zum Inhalt des Stückes: Im 17. Jahrhundert ist Bier ein Grundnahrungsmittel, da das Wasser aus Flüssen und Brunnen oft verunreinigt und ungenießbar ist. In Alt- und Neustadt gab es Dutzende von kleinen Braustätten für die Versorgung der Menschen mit einem nahrhaften und halbwegs sauberen Getränk. Bier wurde schon morgens getrunken und zu allen Mahlzeiten eingenommen. Das Problem: Das Bier hält sich nicht lange, da es auch nicht gekühlt werden konnte. Es wird sauer und darf natürlich nicht mehr verkauft werden. Wer das Bier dennoch verkaufte, wurde bestraft. Das war in der Warburger Brau- und Schankverordnung geregelt. Gleichwohl lässt sich ein Altstädter Wirt, angestachelt von seiner raffgierigen Frau, nicht davon abhalten, sein saures Bier mit Wasser zu panschen und auszuschenken. Ratsherren trinken von dem Bier und werden krank – und verpassen eine wichtige Ratssitzung! Das ruft schließlich den Bürgermeister auf den Plan. Der verklagt den Wirt – und gewinnt. Zur Strafe wird der Betrüger an den Pranger gestellt.

Dem Bürgerspiel schließt sich ein geselliger Abend bei Musik der „Himmelsstürmer” an. Zum Verweilen laden auch diverse Imbissstände ein, die um den Altstädter Marktplatz stehen.

Für den Samstag wird wegen des großen Erfolgs im Vorjahr wieder ab 9.30 Uhr eine Frühstücksmeile mit leckeren, gesunden und regionalen Produkten durch die Bürgerinitiative „Lebenswertes Bördeland und Diemeltal” angeboten.

Ab 12 Uhr gibt es auf dem Marktplatz Erbsensuppe (am Sonntag schon um 11.30 Uhr), ab 15 Uhr werden Kaffee und Kuchen serviert. Lena und Winni Volmert präsentieren um 16 Uhr neue Ulkgeschichten aus dem Fundus des Altstädter Originals Heinrich Urban. Die Zeit bis zum nächsten Bürgerspiel verkürzt zwischen 17 und 20 Uhr die Blaskapelle „Junger Schwung”.

Mit dem Bürgerspiel „Sturm auf den Romhof” werden die Zuschauer zurück in die Zeit des 7-jährigen Krieges geführt. Im Jahr 1761 ist die Schlacht bei Warburg bereits vorbei. Die Stadt leidet große Not. Die Soldaten haben geplündert und sogar etliche Häuser abgerissen, um Brennholz zu haben. Die Bevölkerung leidet Hunger, viele sind krank. Doch dann wird bekannt, dass die aus der Stadt abgezogenen englischen Truppen im Romhof, dem heutigen Corvinushaus, große Mengen Mehl zurückgelassen haben. Das könnte die Rettung für die hungernde Bevölkerung sein. Doch die Besitzer des Romhofes, die Brüder von Hiddessen, wollen nicht helfen, sondern das Mehl gewinnbringend verkaufen. Nun geschieht schier Unglaubliches! Alt- und Neustädter (sonst in herzlicher Abneigung verbunden) verbünden sich, stürmen den Romhof und ergattern einen Teil des Mehls.

Einen langen geselligen Samstagabend wird nach dem Bürgerspiel die Band „Sir Price”, nicht wie im gedruckten Programm angekündigt „Radio Anthrazit” mit Rockoldies begleiten.

Am Sonntag geht es um 10 Uhr mit dem Freiluftgottesdienst auf dem Altstadt Marktplatz weiter. Zelebrant ist Pfarrer Gerhard Pieper. Begleitet wird die Messe vom Stadt- und Jugendorchester, das von 11 Uhr an ein Frühschoppenkonzert gibt.

Nach der Prämierung des Wettbewerbes „Verschönerung des Stadtbildes” um 13 Uhr und dem Auftritt der Jazzdance-Formation „Smarties” um 14 Uhr versorgt die Feiernden ab 14.30 Uhr die IV. Kompanie des Schützenvereins Warburg mit Kaffee und leckeren Waffeln, bevor um 16.30 Uhr der Kälkenfest-Klassiker „Die Wasserwippe”, eine Gerichtsposse um einen Ziegendieb und dessen nasse Bestrafung, über die Bühne geht.

Von 17 Uhr an klingt das Kälkenfest mit Musik der sechziger bis neunziger Jahre aus. Musiker ist Peter Fuest.

Wie immer ist am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr Flohmarkt für jedermann auf der komplett gesperrten Lange-Straße.

north