Kirchengemeinde Corvey bietet abendliche Führung im Westwerk an | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 10.07.2026 14:36

Kirchengemeinde Corvey bietet abendliche Führung im Westwerk an

Die Inschriftentafel aus der Gründungszeit des Klosters Corvey hat im Obergeschoss des karolingischen Westwerks einen würdigen Platz. Bei der abendlichen Führung mit Annika Pröbe und Dr. Holger Kempkens steht dieses kostbare Zeit- und Glaubenszeugnis im Mittelpunkt. (Foto: Kirchengemeinde Corvey)
Die Inschriftentafel aus der Gründungszeit des Klosters Corvey hat im Obergeschoss des karolingischen Westwerks einen würdigen Platz. Bei der abendlichen Führung mit Annika Pröbe und Dr. Holger Kempkens steht dieses kostbare Zeit- und Glaubenszeugnis im Mittelpunkt. (Foto: Kirchengemeinde Corvey)
Die Inschriftentafel aus der Gründungszeit des Klosters Corvey hat im Obergeschoss des karolingischen Westwerks einen würdigen Platz. Bei der abendlichen Führung mit Annika Pröbe und Dr. Holger Kempkens steht dieses kostbare Zeit- und Glaubenszeugnis im Mittelpunkt. (Foto: Kirchengemeinde Corvey)
Die Inschriftentafel aus der Gründungszeit des Klosters Corvey hat im Obergeschoss des karolingischen Westwerks einen würdigen Platz. Bei der abendlichen Führung mit Annika Pröbe und Dr. Holger Kempkens steht dieses kostbare Zeit- und Glaubenszeugnis im Mittelpunkt. (Foto: Kirchengemeinde Corvey)
Die Inschriftentafel aus der Gründungszeit des Klosters Corvey hat im Obergeschoss des karolingischen Westwerks einen würdigen Platz. Bei der abendlichen Führung mit Annika Pröbe und Dr. Holger Kempkens steht dieses kostbare Zeit- und Glaubenszeugnis im Mittelpunkt. (Foto: Kirchengemeinde Corvey)

Nach der erfreulich gut besuchten Premiere kurz vor dem Vitusfest bietet die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey am Donnerstag, 16. Juli, erneut eine abendliche Führung im Herzen des Welterbes an. Annika Pröbe, Standortleiterin für das karolingische Westwerk und die barocke Abteikirche, und Dr. Holger Kempkens, Direktor des Diözesanmuseums Paderborn, laden zu einer „Stunde in der Himmelsstadt“ ein.

Der Ausflug beginnt um 18.30 Uhr und führt in den Johanneschor im Obergeschoss des Westwerks. Der von Emporen umgebene frühmittelalterliche Sakralraum gilt mit seinen Alleinstellungsmerkmalen als Herzkammer des Welterbes und ist von den Erbauer-Mönchen vor mehr als 1100 Jahren als irdisches Abbild des Himmlischen Jerusalems aus der Offenbarung des Johannes konzipiert worden.

Diesen Zweck unterstreicht der Text der Inschriftentafel. Sie stammt aus der Gründungszeit des Klosters und ist mithin sogar mehr als 50 Jahre älter als der 885 geweihte Westbau. An dessen markanter, damals noch dreitürmigen Fassade fand die Wesersandsteinplatte eine exponierte Zweitverwertung. In goldenen Einlege-Buchstaben und einer antiken Prachtschrift, der Capitalis Quadrata, kündete der an das Stundengebet der Kirche angelehnte Schriftzug den ankommenden Pilgern und Gästen weithin sichtbar vom Segenswunsch der Mönche für ihren Klosterbezirk, der Civitas Corvey.

Die kostbare, kultur- und religionsgeschichtlich bedeutsame Steintafel hat sich erhalten. Um sie vor Wind und Wetter zu schützen, hängt an der heutigen Doppelturmfassade des Westwerks eine Kopie. Das Original hat von September 2024 bis Januar 2025 im Diözesanmuseum Paderborn als eines der tragenden Exponate die glanzvolle Sonderausstellung „Corvey und das Erbe der Antike“ geprägt und ist inzwischen wohlbehalten nach Hause, ins Welterbe an der Weser, zurückgekehrt.

Seit Beginn der Saison hat sie im Johanneschor, dem Abbild der Himmelsstadt, einen Ehrenplatz. Annika Pröbe und Dr. Holger Kempkens nehmen die Gäste am 16. Juli bei der abendlichen Führung unter dem Motto „Räume, Zeichen, Symbole – Begegnungsraum Kirche“ dorthin mit. „Wir werden die Inschriftentafel näher betrachten“, kündigt die Standortleiterin an. „Diese Stadt umgib Du, Herr, und Deine Engel sollen ihre Mauern hüten!“: Auch mit dem Text und seiner Bedeutung werden Annika Pröbe und Dr. Holger Kempkens sich im Dialog mit den Gästen beschäftigen.

Für eine stimmige musikalische Begleitung sorgt wie - bei der Premiere - Domorganist Dominik Balduin. Die von ihm begründete Schola „Canta voce“ rundet das Musikprogramm mit ihrem Gesang ab. Wenn die Stimmen den Johanneschor erfüllen, bringen sie die Spiritualität dieses besonderen Ortes in Schwingung.

Die Führung wird die Gäste sicher zu einem Besuch der Dauerausstellung mit Kunstschätzen der Kirchengemeinde anregen. Im ehemaligen Kapitelsaal ist die berühmte Inschriftentafel an der Nordwand als 1:1-Kopie zu sehen. Der in Stein gemeißelte Schriftzug erfüllt sich über eine Videoprojektion Buchstabe für Buchstabe mit goldenem Glanz. Wie in einem Werkprozess vollzieht sich das Buchstaben-Plotting vor den Augen der Menschen.

Die Original-Standsteinplatte zieht im Johanneschor bewundernde Blicke auf sich. Vielleicht scheint bei der Führung am 16. Juli die Abendsonne hinein und unterstreicht ihre besondere Aura. Annika Pröbe ist froh, dass dieses hochbedeutende Zeit- und Glaubenszeugnis einen so würdigen Platz bekommen hat und möchte diese Freude sehr gerne mit vielen Gästen teilen.

Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird eine Kollekte gehalten.

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