Landesgartenschau und Bahnhof überzeugen | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 16.10.2026 10:14

Landesgartenschau und Bahnhof überzeugen

Blick auf den Remtergarten. (Foto: Roman Thomas)
Blick auf den Remtergarten. (Foto: Roman Thomas)
Blick auf den Remtergarten. (Foto: Roman Thomas)
Blick auf den Remtergarten. (Foto: Roman Thomas)
Blick auf den Remtergarten. (Foto: Roman Thomas)

Große Anerkennung für die Stadtentwicklung in Höxter: Gleich zwei Projekte aus dem Umfeld der Landesgartenschau 2023 sind beim Architekturpreis 2026 des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten Ostwestfalen-Lippe (BDA OWL) ausgezeichnet worden. Sowohl die Gesamtgestaltung der Landesgartenschau als auch das Bahnhofsumfeld Höxter-Rathaus erhielten eine Auszeichnung. Die Preisverleihung fand am 7. Oktober im Marta-Forum in Herford statt.

Mit den Auszeichnungen würdigt die Jury die hohe gestalterische Qualität der beiden Projekte und ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung öffentlicher Räume. Die Landesgartenschau hat die Stadt über ihre Grenzen hinaus sichtbar verändert. Das neugestaltete Bahnhofsumfeld zeigt beispielhaft, wie sich Verkehrsinfrastruktur, Aufenthaltsqualität und die Einbindung in Stadt und Landschaft miteinander verbinden lassen.

Maßstab für ländliche Städte

Die Landesgartenschau Höxter 2023 überzeugte die Jury als städtebaulich-freiräumliches Großprojekt mit einer Strahlkraft weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die vier Teilräume Wallanlagen, Weserpromenade, Archäologiepark im Weserbogen und Remtergarten am UNESCO-Welterbe Corvey sind über eine fast drei Kilometer lange Promenade miteinander verbunden. So entstand ein zusammenhängendes Freiraumnetz, das Stadtgeschichte erlebbar macht, ökologische Qualitäten stärkt und neue Möglichkeiten für Begegnung und Erholung schafft. Besonders hervorgehoben wurde die präzise Abstimmung der einzelnen Bereiche auf ihre jeweiligen Standorte. Historische Spuren werden sichtbar gemacht, bestehende Freiräume neu interpretiert und unterschiedliche Nutzungsansprüche miteinander in Einklang gebracht. Auch die Verbesserung der Aufenthaltsqualität am Weserufer und die Aufwertung des Bahnhofsumfelds flossen in die positive Bewertung ein.

Die Jury sieht in dem Projekt einen wertvollen Beitrag zur Aufwertung ländlicher und eher peripher gelegener Orte. Die qualitätsvolle Planung öffentlicher Räume schaffe einen konkreten gesellschaftlichen Mehrwert, von dem die Bürgerinnen und Bürger täglich profitieren. Höxter setze damit einen Maßstab für Städte und Gemeinden in Ostwestfalen-Lippe und darüber hinaus.

Für die Landschaftsarchitektur der beiden ausgezeichneten Projekte war das Berliner Büro Franz Reschke Landschaftsarchitektur verantwortlich. Die Auszeichnungen würdigen somit auch den gestalterischen Ansatz, Stadt, Landschaft und Geschichte miteinander zu verbinden. „Bei beiden Projekten ging es darum, eine Vielzahl von Anforderungen in der Gestaltung zusammenzubringen und die beiden Orte zugleich im gesamtstädtischen Zusammenhang zu aktivieren und einzubinden. Die Landesgartenschau verbindet historische Orte und wertvolle Freiräume für die Bürger:innen Höxters mit der beeindruckenden Atmosphäre der Weserlandschaft. Beim Bahnhofsumfeld wurde der in hohem Maße funktionale Verkehrsort als belebender und selbstverständlicher Bestandteil des öffentlichen Stadtraums gestaltet. Wir freuen uns sehr, dass beide Projekte ausgezeichnet wurden“, sagt Franz Reschke.

Ankommen und Verweilen

Auch das Bahnhofsumfeld Höxter-Rathaus wurde ausgezeichnet. Bauherrin des Projekts ist die Stadt Höxter. Die Landschaftsarchitektur stammt von Franz Reschke Landschaftsarchitektur aus Berlin in Zusammenarbeit mit Rimpau Bauer Derveaux Partnerschaft von Architekten.

Die Jury lobte insbesondere, wie aus einer infrastrukturellen Aufgabe ein eigenständiger öffentlicher Raum entstanden ist. Zwischen Stadt, Weser und Brücke vermittelt der Bereich zwischen Ankommen und Aufenthalt, Verkehr und Landschaft. Die vorhandene Topografie wurde dabei bewusst genutzt: Sitzstufen machen den Höhenunterschied zu einem attraktiven Aufenthaltsbereich und schaffen neue Perspektiven auf die Weser und den Landschaftsraum.

Das neue Dach am Bahnsteig bietet Schutz und Orientierung, ohne den Raum zur Stadt und zur Landschaft abzuschließen. Die Jury hebt hervor, dass das Projekt trotz seiner vergleichsweisen kleinen Dimension eine bemerkenswerte stadträumliche Wirkung entfaltet. Der Bahnhof wird damit nicht nur zum Ort des Ein- und Aussteigens, sondern zu einem selbstverständlichen Teil des öffentlichen Lebens.

„Das gleich zwei Projekte aus Höxter beim Architekturpreis OWL ausgezeichnet werden, ist eine schöne Bestätigung für die Entwicklung unserer Stadt. Die Landesgartenschau hat dauerhafte Freiräume geschaffen, die Stadt und Landschaft verbinden und die Lebensqualität verbessern. Beim Bahnhofsumfeld zeigt die Auszeichnung, dass auch die Gestaltung und Einbindung in den Stadtraum überzeugen. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass beim Wetterschutz noch Verbesserungsbedarf besteht. Wir sind weiterhin daran interessiert, adäquate Lösungen zu finden, um hier Abhilfe zu schaffen“, sagt Bürgermeister Daniel Hartmann.

Anerkennung für Stadtentwicklung

Der Architekturpreis OWL wird alle drei Jahre vergeben. 2026 wurden insgesamt 27 Projekte eingereicht. Die Jury vergab drei Auszeichnungen und drei Anerkennungen. Neben den beiden Höxteraner Projekten wurde auch das Eingangs- und Ausstellungsgebäude des LWL-Freilichtmuseums Detmold ausgezeichnet. Die prämierten Projekte nehmen automatisch am landesweiten Architekturpreis Nordrhein-Westfalen teil.

Die beiden Auszeichnungen unterstreichen die Bedeutung einer qualitätsvollen Gestaltung öffentlicher Räume für die Entwicklung Höxters. Die mit der Landesgartenschau angestoßenen Veränderungen wirken über die Veranstaltungszeit hinaus: Sie verbinden Stadt und Landschaft, machen Geschichte erlebbar und schaffen attraktive Orte für Einheimische und Gäste.

Die 27 eingereichten Projekte werden vom bis einschließlich 25. Oktober 2026 im Marta-Forum des Museums Marta Herford während der regulären Öffnungszeiten präsentiert. Der Eintritt ist frei.

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