Veröffentlicht am 21.11.2022 11:41

Mittelalterlich schauriges Ostwestfalen

Von rührender Sanftmut ist das Spiel von Sabrina Kunz in der Rolle der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. (Foto: Josef Köhne)
Von rührender Sanftmut ist das Spiel von Sabrina Kunz in der Rolle der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. (Foto: Josef Köhne)
Von rührender Sanftmut ist das Spiel von Sabrina Kunz in der Rolle der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. (Foto: Josef Köhne)

„O schaurig ist’s übers Moor zu geh’n“, heißt es in Annette von Droste-Hülshoffs Gedicht, Der Knabe im Moor. Schaurig geht es an einigen Stellen auch in dem Film „Märchen. Mythen. Morde. - Ostwestfalen schön bis schaurig“ zu, der am 27. November in Bad Driburg und am 4. Dezember in Brakel jeweils um 11 Uhr in den Kinos gezeigt wird.
Erzählt werden darin die Geschichten von geheimnisvollen Klosterfrauen, von dunklen Gestalten hinter grauen Klostermauern und von stolzen Rittern in Burgen und Schlössern. Im Weiteren erzählt der Film aus dem Leben der eingangs erwähnten Dichterin, die mit ihrer traurigen Geschichte von der Judenbuche aus dem Dorf Bellersen das weithin bekannte „Dorf B.“ machte. Aber der Film berichtet auch von den Schönheiten ostwestfälischer Dörfer, Wälder, Burgen, Schlösser und Felder. „Spannend wird es allemal“, verspricht das Blautann-Filmteam um Regisseur Peter Schanz.
Bestätigen werden all diejenigen diese Aussage, die Gelegenheit hatten, das Werk schon einmal vorab in Bad Driburg zu betrachten. Die mythischen Geschichten, die sich im Mittelalter zwischen Teuto und Egge im Umfeld von Höxter und Paderborn abgespielt haben sollen, sind so dramatisch nacherzählt, dass die Spannung bis zum Abspann erhalten bleibt. Ein bisschen schaurig ist die Geschichte vom untergegangenen Kloster bei Pömbsen, in der Monika Hölscher-Darke mit ausdruckstarker Mimik die vom Geldteufel besessene Oberin spielt. Ganz das Gegenteil davon ist die von Sabrina Kunz dargestellte, mit zarter Sanftheit agierende Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Ihr beim Schreiben und Wandern zuzuschauen, wärmt die Seele. Stark ist auch der Auftritt des bekannten Baritons Volker Schrewe in der Rolle des gealterten Winkelhannes. Die Reihe der professionell agierenden Laiendarsteller ließe sich so fortführen und würde bei der hervorragenden Musik (Barbara Häckel) und den Kostümbildnern enden. Die Stimme des Erzählers Peter Schanz verströmt jene Ruhe, die die filmische Reise durch die Geschichte, die historischen Sagen und die noch immer blühende ostwestfälische Landschaft zu einem ebenso spannenden wie informativen Erlebnis werden lässt.
Tickets für die öffentliche Premiere sind unter kinodriburg.de/programm-tickets erhältlich. Erste Eindrücke und weitere Infos findet man unter www.blautann-film.de.
Als weitere Aufführungstermine stehen fest das Rhythmus Filmtheater in Schloss Holte am 14. Dezember sowie das Odins-Filmtheater in Bad Lippspringe am 13. und 18. Januar.
Auf DVD ist der den Schulen zu empfehlende und für Familien bestens geeignete Film über info@blautann-film.de zu beziehen.

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