Mit 466 Mitgliedern und einer gesamt Waldfläche von 4152 Hektar gehört die neue Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Hochstift zu den derzeit größten in NRW. Die finale Entscheidung zur Gründung wurde 2025 getroffen. Bis dahin gab es in beiden Kreisen noch sechs FBGen. Für Jahrzehnte bildeten diese die Basis für viele private Waldbesitzende, ihre Wälder trotz der verstreuten Lage und häufig kleinerer Ausdehnung nachhaltig zu bewirtschaften. Doch mit den Jahren wurden die Anforderungen an die ehrenamtlichen Vorstände immer größer – eine Nachbesetzung wurde immer schwieriger.
„So konnte es nicht weiter gehen. Wir mussten professioneller werden und unsere Kräfte bündeln. Die Fusion war aus meiner Sicht der einzig richtige Weg“, so Burkhard Rhode, ehemaliger Vorsitzender der FBG Egge-Nethe.
Die Vorbereitungen für die Fusion zogen sich über mehrere Jahre, denn eine Blaupause für eine Fusion dieser Größenordnung gab es einfach nicht. Statt sechs Vorständen gibt es jetzt nur noch einen. In diesem sind jedoch jeweils ein Vertreter der alten FBGen vertreten. „Uns war von vornherein wichtig, dass die FBG vor Ort auch noch erreichbar sein muss. Die Forstbetriebsgemeinschaft ist ein wichtiges Sprachrohr des Kleinprivatwaldes in der Region“, betont Christoph Johlen, neuer Vorsitzender der FBG Hochstift.
Die Geschäftsführung der FBG hat die Waldbauernholz Sauerland-Hellweg eG aus Olsberg übernommen. Diese wurde ursprünglich von Waldbesitzenden zur Holzvermarktung gegründet, bietet mittlerweile aber auch andere Dienstleistungen an.
Der große Vorteil für die so organisierten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ist, dass sie ihre benötigten forstliche Beratungsdienstleistungen zu 80 Prozent vom Land NRW gefördert bekommen. Aktuell stehen der FBG Hochstift drei Förster von Wald und Holz NRW zur Verfügung. „Der Klimawandel ist eine Jahrtausend-Herausforderung für die Wälder. Wir unterstützen die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer darin, Ihre Wälder trotzdem nachhaltig zu bewirtschaften und für zukünftige Generationen produktiv zu erhalten“, so Roland Schockemöhle, Leiter des Regionalforstamtes Hochstift von Wald und Holz NRW.
Ohne ehrenamtliches Engagement ging es nicht und wird es auch zukünftig nicht gehen. „Für die ehrenamtliche Arbeit der Vorstände, insbesondere Herr Rhode und Herrn Johlen, bin ich besonders dankbar. In den zahlreichen Rechtsfragen hat uns Hans-Josef Hanewinkel beraten – auch ehrenamtlich. Ohne diese Unterstützung, gäbe es keine FBG-Hochstift“, betont Schockemöhle.
Durch die großen Dürre- und Borkenkäferschäden kann die FBG zwar nur noch ein Bruchteil der Holzmengen ernten wie früher. Dafür braucht es aber in den nächsten Jahrzehnten engagierte Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, um die neu entstehenden oder gepflanzten Wälder zu pflegen.