Sicher und unbeschwert feiern | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 22.06.2026 14:16

Sicher und unbeschwert feiern

Der Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen und Kindern des Kreises Höxter weist zum Beginn der Schützenfest- und Veranstaltungssaison auf wichtige Maßnahmen für ein sicheres und unbeschwertes Feiern hin.

Mit den bevorstehenden Schützenfesten, Volksfesten und anderen öffentlichen Veranstaltungen steigt die Vorfreude auf gesellige Stunden mit Freunden und Bekannten. Gleichzeitig ist es wichtig, auf die eigene Sicherheit zu achten und aufmerksam zu bleiben. Besonders Frauen und Mädchen sollten einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, um das Risiko von Übergriffen oder Straftaten zu minimieren.

Wichtige Tipps für ein sicheres Feiern

• Mit Freundinnen verabreden und möglichst gemeinsam ankommen und gehen.
• Vorher einen Treffpunkt für Notfälle festlegen.
• Handy aufladen und wichtige Nummern gespeichert haben.
• Familie oder Freunden mitteilen, wo man feiert.
• Eigene Getränke im Blick behalten und keine offenen Getränke von Fremden annehmen.
• Alkohol bewusst konsumieren und die eigenen Grenzen kennen.
• Auf das Bauchgefühl hören und unangenehme Situationen frühzeitig verlassen.
• Bei Belästigung oder Bedrohung sofort Freunde, Sicherheitspersonal oder das
Personal ansprechen.
• Sichere Heimfahrt vorab planen (Taxi, Fahrdienst, Nachtbus, Begleitperson).
• Wertsachen nah am Körper tragen.
• Standortfreigabe mit vertrauten Personen nutzen, wenn gewünscht.
• Aufeinander achten und Freundinnen nicht allein zurücklassen.
• Notrufnummer kennen (in Deutschland: 110 für die Polizei, 112 für Rettungsdienst und Feuerwehr).
• Bei Unsicherheit lieber einmal zu viel Hilfe holen als einmal zu wenig.
Verdacht auf K.-o.-Tropfen ernst nehmen
Besondere Aufmerksamkeit gilt hier dem Thema K.-o.-Tropfen. Betroffene bemerken häufig plötzlich auftretende Schwindelgefühle, Erinnerungslücken, starke Benommenheit oder sogar Bewusstlosigkeit. Da viele dieser Substanzen bereits nach kurzer Zeit im Körper nicht mehr nachweisbar sind, ist schnelles Handeln entscheidend.

Was tun bei Verdacht?

• Sofort Freunde oder das Personal informieren.
• Nicht allein bleiben.
• Einen sicheren Ort aufsuchen.
• Medizinische Hilfe holen und bei starken Beschwerden den Notruf 112 wählen.
• Möglichst schnell ärztlich untersuchen lassen, da viele Substanzen nur kurze Zeit
nachweisbar sind.
• Wenn möglich, das Getränk als Beweismittel aufbewahren.

Nach einer sexuellen Gewalttat

Wer Opfer einer sexuellen Gewalttat geworden ist, sollte umgehend die Polizei informieren. Wer das nicht möchte, hat im St. Ansgar Krankenhaus in Höxter die Möglichkeit einer anzeigenunabhängigen Spurensicherung. Dabei werden mögliche Beweise fachgerecht gesichert und aufbewahrt, ohne dass sofort eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden muss. So bleibt Betroffenen Zeit in Ruhe über weitere Schritte zu entscheiden, ohne dass wichtige Spuren verloren gehen.

Sicher nach Hause kommen

Wer sich auf dem Heimweg unsicher fühlt oder nachts allein unterwegs ist, kann das Angebot des Heimwegtelefons nutzen. Unter der Telefonnummer 030 12074182 begleiten geschulte Ehrenamtliche Anrufende telefonisch auf ihrem Weg nach Hause und stehen bis zum sicheren Ankommen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Der Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen und Kindern appelliert auch an Freundinnen/ Freunde, Veranstalterinnen/Veranstalter und Besucherinnen/Besucher aufmerksam zu sein und Verantwortung füreinander zu übernehmen. Wer beobachtet, dass eine Person orientierungslos wirkt, bedrängt wird oder offensichtlich Hilfe benötigt, sollte nicht wegsehen, sondern Unterstützung anbieten oder Hilfe holen.

„Sicheres Feiern ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Rücksicht, Aufmerksamkeit und gegenseitige Unterstützung tragen wesentlich dazu bei, dass alle Besucherinnen und Besucher die Festtage unbeschwert genießen können”, so die Gleichstellungsbeauftragte des Kreis Höxters und Sprecherin des Arbeitskreises gegen Gewalt an Frauen und Kindern.

Der Arbeitskreis gegen Gewalt an Frauen und Kindern des Kreis Höxter wünscht allen Bürgerinnen und Bürgern eine fröhliche, friedliche und vor allem sichere Schützenfest- und Veranstaltungssaison.

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