Es beginnt mit einer Geschichte, die eine Schülerin ihrer Klasse erzählt – und endet mit einem Scheck, der Kindern in Not hilft. Was 2018 als spontane Idee von Anna Überdick, damals Sechstklässlerin am St. Kaspar-Gymnasium in Bad Driburg-Neuenheerse, begann, ist heute fester Bestandteil des Schullebens. Anna berichtete damals ihrer Klasse vom Engagement ihres Großvaters Werner Überdick, der sich seit Jahren für die Glückstour einsetzt, eine Radtour von Schornsteinfegern für schwerstkranke Kinder. Werner Überdick kam dann persönlich in die Schule, stellte die Aktion vor und begeisterte die Klasse auf Anhieb. Kurz darauf startete die erste Spendensammlung in der Bad Driburger Fußgängerzone.
Aus dieser Initiative wurde eine Arbeitsgemeinschaft, die mittlerweile von Anna Überdicks jüngerer Schwester Nele geleitet wird. Die AG ist längst mehr als ein schulisches Projekt, sie gehört mittlerweile zur Tradition des Gymnasiums. Jedes Jahr besuchen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Schornsteinfegern der Glückstour die neuen Fünftklässler, um das Projekt vorzustellen und nicht selten kramen dann Kinder spontan ihr Taschengeld heraus. Für die diesjährige Spende organisierte die AG eine Tombola. Zahlreiche Firmen und Institutionen konnten als Unterstützer gewonnen werden: Von der Bäckerei um die Ecke über regionale Banken bis hin zum SC Paderborn und der Universität Paderborn. In mehreren tausend Euro, die die AG in all den Jahren zusammengetragen hat, steckt vor allem eins: Echtes Herzblut. „Wenn es um die Unterstützung von kranken Kindern geht, heißt das für uns: Jeder Cent zählt”, bringt Nele Überdick die Motivation der Gruppe auf den Punkt.
Die Glückstour ist eine der größten privat finanzierten Hilfsaktionen Deutschlands. Jedes Jahr radeln Schornstegerinnen und Schornsteinfeger sowie Freunde und Unterstützer rund 1.000 Kilometer durch Deutschland – bei jedem Wetter, über mehrere Tage. Die Idee geht auf Jürgen Stricker zurück, der nach dem Tod seiner Tochter den Verein „Kaminkehrer helfen krebskranken Kindern” gründete. 2006 startete die erste Tour; seitdem sind über sieben Millionen Euro für den guten Zweck zusammengekommen. Das Besondere: Sämtliche Spendengelder fließen zu 100 Prozent und ohne Abzug von Verwaltungskosten direkt an Familien, Kinderkliniken und lokale Hilfsorganisationen. 2026 findet die Glückstour zum 21. Mal statt. Mehr Informationen unter: www.glueckstour.de