Lernschwierigkeiten, Konflikte mit Mitschülerinnen und Mitschülern, Ängste oder häufiges Fehlen können den Schulalltag für Schülerinnen und Schüler und ihre Erziehungsberechtigten belasten. In solchen Situationen sind die Betroffenen nicht auf sich allein gestellt und können sich neben Lehrkräften und Schulsozialarbeit auch an die Regionale Schulberatungsstelle für den Kreis Höxter in Brakel wenden.
Die Schulberatungsstelle bietet ganzjährig eine kostenfreie, vertrauliche, freiwillige und unabhängige Beratung bei allen schulbezogenen Fragestellungen an. Sie unterstützt zeitnah unter anderem bei Lern- und Leistungsproblemen, Konflikten im schulischen Umfeld, Schulangst, Schulabsentismus, Mobbing oder Fragen zu der Schullaufbahn.
„Wir sehen es als Zeichen von Stärke und Verantwortungsbewusstsein, wenn sich jemand professionelle Unterstützung für die Bewältigung einer Herausforderung sucht, die sie oder er bisher nicht selbst zur eigenen Zufriedenheit lösen konnte“, sagt Carsten Schulz, Leiter der Regionalen Schulberatungsstelle für den Kreis Höxter. „In einem ersten Gespräch können Eltern oder Schülerinnen und Schüler schildern, was sie belastet und was sich verändern soll. Gemeinsam werden vorhandene Stärken und hilfreiche Situationen betrachtet und daraus konkrete nächste Schritte entwickelt.“
Im vergangenen Schuljahr 2025/26 haben sich 225 Schülerinnen und Schüler beziehungsweise deren Erziehungsberechtigten mit unterschiedlichen Anliegen an die Schulberatungsstelle des Kreises Höxter in Brakel gewandt. Ein Schwerpunkt lag auf der Beratung von Schülerinnen und Schülern, die häufiger in der Schule fehlten, sowie deren Erziehungsberechtigte. Weitere Themen waren Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme, Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle, Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwierigkeiten, schulbezogene Ängste sowie allgemeine Leistungsprobleme oder fehlendes Selbstvertrauen.
Oft konnte bereits mit einem Beratungsgespräch weitergeholfen werden. In den meisten Fällen fanden bis zu fünf Treffen statt. Bei Bedarf ist auch eine längere Begleitung möglich. Zudem können Lehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter oder andere Fachstellen in den Beratungsprozess einbezogen werden.
Auch Lehrkräfte und weitere Fachkräfte können das Angebot der Schulberatungsstelle nutzen. Im vergangenen Schuljahr haben die Schulpsychologinnen und Schulpsychologen Lehrkräfte unter anderem zu Fragen zur Interaktion mit Schülerinnen und Schülern, zur Klassendynamik und zu Belastungen im Lehrberuf beraten. Darüber hinaus fanden Fortbildungen für Pädagoginnen und Pädagogen und Gruppensupervisionen für Schulleitungen und Schulsozialarbeitende statt.
Ein besonderes Angebot für Fachkräfte ist die Clearingstelle Schulabsentismus, die regelmäßig in der Schulberatungsstelle stattfindet. Dort können Fachkräfte, die mit Schülerinnen und Schülern arbeiten, die der Schule aus unterschiedlichen Gründen fernbleiben, sich mit einer Expertengruppe beraten. Zu dieser gehören unter anderem Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie, aus dem Allgemeinen Sozialen Dienst und aus der Eingliederungshilfe.
„Wir möchten Schülerinnen und Schüler und Eltern ermutigen, sich frühzeitig Unterstützung zu holen. Eine Veränderung ist in der Regel umso leichter, je kürzer eine als herausfordernd oder belastend erlebte Situation bereits besteht“, betont Patricia Berost, eine der drei Schulpsychologinnen in der Schulberatungsstelle.
Beratungsanfragen können Schülerinnen und Schüler, Erziehungsberechtigte und Lehrkräfte unter Tel. 05272/3731-3270 oder über das Anmeldeformular auf der Homepage der Regionalen Schulberatungsstelle unter schulberatungsstelle.kreis-hoexter.de stellen.