Bei Bauarbeiten im BeratungsCenter Beverungen der Volksbank Höxter, Zweigniederlassung der VerbundVolksbank OWL eG, ist ein besonderer „Tresor“ ans Tageslicht befördert worden. Für die Installation einer Wärmepumpe mussten Arbeiter eine Wand am Hintereingang des BeratungsCenters aufstemmen. Dabei entdeckten sie im Mauerwerk einen geheimnisvollen, länglichen Behälter aus Stahl. Schnell war klar: Es muss sich um eine Zeitkapsel handeln.
Ein erstes Indiz, wie lange dieser besondere Zeitzeuge als schlafendes Gedächtnis in den Mauern schlummerte, lieferte ein Erinnerungsstein, hinter dem die Kapsel steckte - mit der Aufschrift 1976. Als vor 50 Jahren das Bankgebäude an der Lange Straße neu gebaut wurde, ließen die Verantwortlichen also offenbar die „Flaschenpost“ für die Zukunft einmauern. „Das war sofort ein ganz besonderes Gefühl zu realisieren, dass hier etwas aufgetaucht ist, was uns an eine lange vergangene Zeit erinnert. Ein Fund so einer Kapsel ist ja auch nicht besonders wahrscheinlich“, erzählt Philipp Driehorst, Leiter des BeratungsCenters Beverungen.
Philipp Driehorst begann sofort mit der Recherche und wurde schnell fündig: „Auf Fotos vom Bauprojekt aus dem Jahr 1976, die wir in unserem Bankarchiv gefunden haben, sind die früheren Bankvorstände Heinz-Hermann Doninger und Horst Waßmann sowie das frühere Aufsichtsratsmitglied Wilhelm Stromberg zu sehen, wie sie die Kapsel befüllen. Ein anderes Foto zeigt einen Arbeiter, der ganz entspannt und mit Zigarette im Mund die Zeitkapsel im Mauerwerk verschwinden lässt.“
Da der Fund einer solchen „Konserve“ auch für die VerbundVolks-bank OWL eG etwas völlig Außergewöhnliches ist, wollte Driehorst sie auf keinen Fall allein öffnen, um den Inhalt zu begutachten. Auch der Vorstandsvorsitzende Ansgar Käter und Ina Kreimer, die im Vorstand für die Zweigniederlassung Volksbank Höxter verant-wortlich ist, signalisierten sofort, dass sie dem feierlichen Moment gerne beiwohnen würden. Und auch Heinz-Hermann Doninger war sofort Feuer und Flamme, als er vom Fund der Zeitkapsel hörte, und kam gerne dazu. „Ich erinnere mich noch sehr genau, was wir damals in die Kapsel gesteckt haben. Aber ich bin jetzt auch sehr gespannt, in welchem Zustand der Inhalt sein wird“, erklärt Doninger.
Neben Tageszeitungen vom 23.1. 1976 verbarg sich in der Kapsel eine extra dafür gestaltete Urkunde, die verschiedene wissenswerte Daten über den Standort Beverungen und die damalige Bank enthält. „Die Urkunde war eine tolle Idee der damaligen Verantwortlichen, und sie ist sehr gelungen. Dadurch haben wir jetzt zum Beispiel erfahren, dass die Volksbank in Beverungen zu der Zeit eine sehr ausgewogene Bilanz hatte, mit einer Bilanzsumme von 70 Millionen D-Mark. Zudem hatte die Bank 4.150 Mitglieder. Heute haben wir mit der VerbundVolksbank OWL eG fast 11 Milliarden Euro Bilanzsumme und mehr als 167.000 Mitglieder. Diese Entwicklung ist schon beeindruckend“, so Ansgar Käter.
Auch einige Fotos, D-Mark-Münzen, die damalige Satzung der Genossenschaftsbank und der Geschäftsbericht des Jahres 1975 so-wie die tagesaktuellen Kursnotierungen der Düsseldorfer Wertpapierbörse und die Schalterkurse für ausländische Noten und Münzen waren in der Zeitkapsel zu entdecken. „Es ist wirklich erstaunlich, wie gut erhalten die einzelnen Inhalte der Kapsel sind“, freut sich Ina Kreimer und Ansgar Käter fügt hinzu: „Besonders gefallen hat mir, dass auf einem Zettel alle damaligen Mitarbeitenden der Volksbank hier in Beverungen aufgelistet sind. Jetzt, 50 Jahre später, diese Namen zu lesen zeigt mir, dass unsere Bank damals wie heute besonders von den Menschen geprägt wurde und wird, die für sie arbeiten. Schon der damalige Vorstand wusste das offen-sichtlich zu schätzen.“