Elektronisches Vergabeverfahren: Wie geht das? | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 25.03.2026 10:20

Elektronisches Vergabeverfahren: Wie geht das?

Wirtschaftsförderung und Zentrale Vergabestelle informieren Unternehmen. (Foto: privat)
Wirtschaftsförderung und Zentrale Vergabestelle informieren Unternehmen. (Foto: privat)
Wirtschaftsförderung und Zentrale Vergabestelle informieren Unternehmen. (Foto: privat)
Wirtschaftsförderung und Zentrale Vergabestelle informieren Unternehmen. (Foto: privat)
Wirtschaftsförderung und Zentrale Vergabestelle informieren Unternehmen. (Foto: privat)

Das elektronische Vergabeverfahren ist mittlerweile ein fester Bestandteil öffentlicher Aufträge und ab einer bestimmten Größenordnung sogar gesetzlich vorgeschrieben. Es dient dazu, für alle interessierten Unternehmen möglichst die gleichen Voraussetzungen zu schaffen. Doch was auf der einen Seite Chancengleichheit schafft, führt auf der anderen Seite auch zu herausfordernder elektronischer Eingabearbeit und komplexer Uploadlogik – zumindest, wenn die nötige Erfahrungsroutine und entsprechendes Vorwissen fehlt. Um dem abzuhelfen, hat die Wirtschaftsförderung zusammen mit der zentralen Vergabestelle des Landkreises Holzminden eine Veranstaltung in den Berufsbildenden Schulen Georg-von-Langen BBS organisiert, bei der nicht nur das Verfahren genauer erklärt wurde, sondern auch der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt stand. Mit großer Resonanz: Über 30 Unternehmen waren der Einladung gefolgt, um sich zu informieren und auch kritisch zu diskutieren.

„Mir ist es wichtig, dass wir bei unseren Auftragsvergaben möglichst viele unserer regionalen Betriebe erreichen, damit wir die heimische Wirtschaft stärken“, stellte Landrat Michael Schünemann gleich eingangs bei seiner Begrüßung klar. Aus diesem Grund sei auch die Gebäudewirtschaft des Landkreises als größter Auftraggeber innerhalb des Landkreises mit anwesend, denn es sei wichtig, dass man sich kenne, um eventuelle Unklarheiten auszuräumen.

Für die Vergabeverfahren des Landkreises, aber auch für die größeren der Mitgliedgemeinden ist indessen nicht die Gebäudewirtschaft, sondern ein spezielles Vergabeteam zuständig. Jörg Hesse, der das E-Vergabe-Verfahren schon seit fast einem Jahrzehnt begleitet, stellte den teilnehmenden Unternehmensvertretern dementsprechend das System in detaillierter Form noch einmal vor. Trotz europaweiter Ausschreibungen, so Hesse während seiner Ausführungen, hätten von den 162 elektronisch abgewickelten Vergaben immerhin 75 Zuschläge an lokale Unternehmen erteilt werden können, also in 46,3 Prozent aller Fälle. Hinzu kämen viele Vergaben kleinerer Art, die in den Bedarfsstellen des Landkreises selbst abgewickelt würden. In Anbetracht dessen sei das ein erfreulich hoher Wert, der nichtsdestotrotz noch Luft nach oben habe.

Tatsächlich war im weiteren Verlauf der Veranstaltung erkennbar, dass nicht wenige Unternehmensvertreter durchaus mit einzelnen Verfahrenslogiken haderten. Bei den allermeisten jedoch sind der Vergabestelle des Landkreises die Hände gebunden, denn das elektronische System folgt in der Regel den vom Gesetz vorgegebenen Systematiken, ohne dass der Landkreis selbst noch konkret davon abweichen könnte.

Um die Komplexität des Verfahrens noch transparenter zu machen, sollen aber noch einmal entsprechende Detailschulungen stattfinden, die Unsicherheiten und Problemstellungen der sich bewerbenden Unternehmen reduzieren sollen. Entsprechende Termine sollen zeitnah angeboten werden. Jörg Hesse wie auch Kämmerer Tobias Müller, der kurz über die Zahlungslogiken des Landkreises referierte, boten allerdings zusätzlich an, dass man sich bei eventuellen Fragen auch gern telefonisch an sie wenden könne. Im Anschluss konnte in Einzelgesprächen die Zeit genutzt werden, um noch einzelne Fragen zu klären.

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