Die Fronleichnamsprozession am 4. Juni in Bad Driburg konnte bei überwiegend trockenem Wetter stattfinden. Der Festgottesdienst begann um 9 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul. Pastor Matthias Klauke gestaltete die Feier gemeinsam mit den Gläubigen. Die musikalische Umrahmung übernahm Simon Brüggeshemke an der Orgel. Im Anschluss machten sich zahlreiche Bad Driburgerinnen und Bad Driburger auf den Weg durch die Stadt. Für die Begleitung sorgte die Stadtkapelle Bad Driburg unter der Leitung von Ulrich Winsel. Die Prozession wurde von Ministrantinnen und Ministranten mit Kreuzen und liturgischen Gegenständen angeführt. Im Mittelpunkt der Prozession stand die Monstranz mit der geweihten Hostie, die als Zeichen der Gegenwart Christi unter einem Baldachin, dem sogenannten „Himmel“, durch die Straßen getragen wurde.
Der Weg führte von der Kirche St. Peter und Paul zur ersten Statio am Missionshaus St. Xaver. Von dort zog die Prozession weiter bis zur Kirche „Zum verklärten Christus“, wo die Feier ihren Abschluss fand. Für die Sicherheit entlang der Wegstrecke sorgte die Freiwillige Feuerwehr Bad Driburg. Die Einsatzkräfte sicherten insbesondere die Straßenquerungen und ermöglichten so einen geordneten und sicheren Verlauf.
Während der Prozession erklangen gemeinsam gesungene Kirchenlieder zum Beispiel „Christen, singt mit frohem Herzen“. Zusammen mit den Klängen der Stadtkapelle entstand so ein eindrucksvolles Bild gelebter Gemeinschaft.
Die Fronleichnamsprozession ist ein fester Bestandteil des Kirchenjahres. Eine Bad Driburgerin äußerte ihre Freude darüber, dass sich die Gläubigen Jahr für Jahr gemeinsam auf den Weg von der Kirche St. Peter und Paul zur Südstadtkirche „Zum verklärten Christus“ machen. Sie sagte: „Der gemeinsame Gang durch die Straßen vermittelt mir ein Gefühl von Zusammenhalt und Gemeinschaft. Gerade dieses sichtbare Miteinander der Gläubigen ist für mich von besonderer Bedeutung.“
Auch kleine Geschichten machten den Tag besonders. In der Kirche „Zum verklärten Christus“ berichtete Küster Meinolf Kremeyer von einer Kerze, die dort einen besonderen Platz gefunden hat. Sie stammt aus dem bekannten Wallfahrtsort Međugorje (Bosnien-Herzegowina) und legte rund 1500 Kilometer bis nach Bad Driburg zurück. Mitgebracht wurde sie von einer Pilgerreise, die im April 2026 nach Međugorje führte. Die Kerze erinnert an diese Wallfahrt und symbolisiert die Verbundenheit der Gläubigen über Ländergrenzen hinweg.
Eine andere Geschichte brachte eine Bad Driburgerin mit. In ihren Händen hielt sie ein kunstvoll gestaltetes Gotteslob, das mit einem auffälligen Einband verziert war. Auf die Herkunft des besonderen Gebet- und Gesangbuches angesprochen, erzählte sie von einer Reise nach Israel vor 14 Jahren. Mit einer Gruppe ihrer Pfarrgemeinde unter der Leitung von Pastor Zoor war sie in Jerusalem. Während der Reise musste sie unerwartet in ein Krankenhaus. Dort erhielt sie Besuch von Pater Matthias, der seit vielen Jahren im Dormitio-Kloster in Jerusalem lebt. Er schenkte ihr das Gotteslob mit dem kunstvollen Umschlag. „Seitdem begleitet mich das Buch zu Gottesdiensten und kirchlichen Feiern. Auch bei der Fronleichnamsprozession darf es nicht fehlen und erinnert mich an die besondere Begegnung im Heiligen Land.“
Im Anschluss an die Prozession lud der Gemeinderat zu einem Frühschoppen ins Pfarrheim ein. Dort wurden Schnittchen, Kaffee, Kuchen, frisch gebackene Waffeln und Getränke angeboten. Viele Gemeindemitglieder nutzten die Gelegenheit zum Austausch und geselligen Beisammensein.
Ein besonderer Dank gilt dem fleißigen Helferteam, das die Veranstaltung vorbereitet und die Bewirtung organisiert hatte. Durch das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher wurde das Fronleichnamsfest auch über die kirchliche Feier hinaus zu einem gelungenen Gemeinschaftserlebnis.
Der Fronleichnamstag in Bad Driburg zeigte damit einmal mehr, wie kirchliche Tradition, gelebte Gemeinschaft und persönliche Geschichten miteinander verbunden sind. Die große Beteiligung der Gläubigen, die musikalische Gestaltung durch Simon Brüggeshemke an der Orgel und die Stadtkapelle Bad Driburg, die Unterstützung durch die Freiwillige Feuerwehr sowie die vielen Begegnungen machten das Fest zu einem besonderen Tag für die Kirchengemeinde.
Fronleichnam wird 60 Tage nach Ostern gefeiert und stellt die Eucharistie in den Mittelpunkt. Katholiken bekennen an diesem Tag öffentlich ihren Glauben an die Gegenwart Christi in Brot und Wein. Der Name Fronleichnam stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „Fest des Leibes des Herrn“ („vron“ = Herr, „licham“ = Leib). Traditionell gehören Gottesdienste und Prozessionen zu den zentralen Elementen des Festes. Im Mittelpunkt steht die Monstranz mit der geweihten Hostie, die bei der Prozession als Zeichen der Gegenwart Christi unter einem Baldachin durch die Straßen getragen wird.