Unternehmensnachfolge hat viele Gesichter | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 30.06.2026 10:12

Unternehmensnachfolge hat viele Gesichter

V.l.: Bernd Feddeck, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Hildesheim, Nicole Christoph, Gründungs- und Nachfolgeberaterin der Wirtschaftsförderung, Landrat Michael Schünemann, Nicolas Westermeier, Leiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden, Cathrin Ahlborn (Gründungsnetzwerk Südniedersachsen) und Christina Weibert (Wirtschaftsförderung). (Foto: Landkreis Holzminden)
V.l.: Bernd Feddeck, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Hildesheim, Nicole Christoph, Gründungs- und Nachfolgeberaterin der Wirtschaftsförderung, Landrat Michael Schünemann, Nicolas Westermeier, Leiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden, Cathrin Ahlborn (Gründungsnetzwerk Südniedersachsen) und Christina Weibert (Wirtschaftsförderung). (Foto: Landkreis Holzminden)
V.l.: Bernd Feddeck, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Hildesheim, Nicole Christoph, Gründungs- und Nachfolgeberaterin der Wirtschaftsförderung, Landrat Michael Schünemann, Nicolas Westermeier, Leiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden, Cathrin Ahlborn (Gründungsnetzwerk Südniedersachsen) und Christina Weibert (Wirtschaftsförderung). (Foto: Landkreis Holzminden)
V.l.: Bernd Feddeck, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Hildesheim, Nicole Christoph, Gründungs- und Nachfolgeberaterin der Wirtschaftsförderung, Landrat Michael Schünemann, Nicolas Westermeier, Leiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden, Cathrin Ahlborn (Gründungsnetzwerk Südniedersachsen) und Christina Weibert (Wirtschaftsförderung). (Foto: Landkreis Holzminden)
V.l.: Bernd Feddeck, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Hildesheim, Nicole Christoph, Gründungs- und Nachfolgeberaterin der Wirtschaftsförderung, Landrat Michael Schünemann, Nicolas Westermeier, Leiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden, Cathrin Ahlborn (Gründungsnetzwerk Südniedersachsen) und Christina Weibert (Wirtschaftsförderung). (Foto: Landkreis Holzminden)

Trotz hochsommerlicher Temperaturen folgten knapp 40 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Nachfolgeinteressierte der Einladung der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden und des Gründungsnetzwerks Südniedersachsen zur Veranstaltung „Wege in die Unternehmensnachfolge – Erfahrungen aus der Region“ in der VR-Bank Südniedersachsen in Holzminden. Im Mittelpunkt des Abends standen persönliche Erfahrungsberichte aus der Praxis sowie fachliche Impulse rund um die Herausforderungen und Chancen einer gelungenen Unternehmensnachfolge.

Landrat Michael Schünemann eröffnete die Veranstaltung und betonte die große Bedeutung des Themas für die wirtschaftliche Zukunft des Landkreises. Viele Betriebe stünden in den kommenden Jahren vor der Herausforderung, eine geeignete Nachfolgelösung zu finden. Gelungene Unternehmensübergaben seien daher ein wichtiger Baustein für den Erhalt von Arbeitsplätzen, Know-how und regionaler Wertschöpfung.

Frühzeitig die Weichen stellen

Den fachlichen Auftakt übernahm Bernd Feddeck, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Hildesheim. In seinem Impulsvortrag machte er deutlich, dass Unternehmensnachfolge kein einzelnes Ereignis, sondern ein langfristiger Prozess ist. Angesichts des demografischen Wandels und der rückläufigen Zahl familieninterner Nachfolgen appellierte er an die Unternehmerinnen und Unternehmer, sich frühzeitig mit der eigenen Nachfolge auseinanderzusetzen und die vorhandenen Beratungsangebote zu nutzen.

Im Anschluss beleuchteten Sebastian Sulimma von der VR-Bank Südniedersachsen und Janis Müller von der Braunschweigischen Landessparkasse die Finanzierung einer Unternehmensnachfolge. In ihrem gemeinsamen Kurzimpuls zeigten sie auf, worauf Banken bei der Finanzierung achten, welche Fördermöglichkeiten bestehen und weshalb eine frühzeitige Planung entscheidend für eine erfolgreiche Unternehmensübergabe ist.

Vier Unternehmergeschichten

Im Mittelpunkt des Abends stand der Unternehmer-Talk, der eindrucksvoll zeigte, dass es nicht den einen Weg in die Unternehmensnachfolge gibt. Sören Gerdes berichtete von der unerwarteten Übernahme der Holzprofi Gerdes GmbH in Pegestorf nach dem Tod seines Vaters. Trotz der schwierigen persönlichen Situation gelang es ihm, den Betrieb erfolgreich weiterzuführen und neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Nicoley Baublies, Betreiber des Landhauses Sollinghöhe in Silberborn und Mitinhaber der Waldresidenz Am Roten Wasser in Neuhaus, schilderte seinen ungewöhnlichen Weg von der Luftfahrtbranche in die Hotellerie und machte deutlich, welche Chancen auch in einer externen Unternehmensübernahme liegen.

David Borak wiederum gewährte Einblicke in den Generationswechsel im Familienunternehmen Borak Rohr- und Kanalreinigung aus Stadtoldendorf. Er zeigte auf, wie sich traditionelle Werte mit modernen Ansätzen wie Digitalisierung und Social Media erfolgreich verbinden lassen.

Einen besonders persönlichen Einblick gaben Janine Pakusch und Katharina Kunkel vom Pflegedienst LebensArt. Nachdem eine geplante Unternehmensübernahme nicht zustande gekommen war, entschieden sie sich für den Schritt in die Selbstständigkeit und gründeten ihr eigenes Unternehmen. Offen berichteten sie über Rückschläge, Mut und den erfolgreichen Neuanfang.

Praxis trifft Beratung

In der anschließenden Diskussion wurden die Erfahrungsberichte aus der Praxis durch die Perspektiven der IHK sowie der Banken ergänzt. Dabei wurde deutlich, dass jede Unternehmensnachfolge individuell verläuft, eine frühzeitige Planung jedoch nahezu immer ein entscheidender Erfolgsfaktor ist. Beim anschließenden Imbiss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, mit den Referierenden und untereinander ins Gespräch zu kommen. Der intensive Austausch zeigte einmal mehr, wie groß der Informationsbedarf rund um das Thema Unternehmensnachfolge ist.

Nicole Christoph, Gründungs- und Nachfolgeberaterin der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden, zeigte sich mit der Resonanz der Veranstaltung sehr zufrieden: „Die Offenheit der Unternehmerinnen und Unternehmer hat den Abend besonders wertvoll gemacht. Die persönlichen Geschichten haben eindrucksvoll gezeigt, dass Unternehmensnachfolge ganz unterschiedliche Wege nehmen kann. Umso wichtiger ist es, frühzeitig ins Gespräch zu kommen und die vielfältigen Unterstützungsangebote in der Region zu nutzen.“

Auch Nicolas Westermeier, der als Leiter der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden durch die Veranstaltung führte, zog ein positives Fazit: „Dass sich trotz der hochsommerlichen Temperaturen knapp 40 Gäste Zeit für dieses wichtige Zukunftsthema genommen haben, freut uns sehr. Die Veranstaltung hat gezeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen Unternehmen, Kammern, Banken und Wirtschaftsförderung ist. Gemeinsam möchten wir Unternehmen dabei unterstützen, ihre Nachfolge rechtzeitig anzugehen und passende Lösungen für die Zukunft ihrer Betriebe zu finden. Und deshalb werden wir eine kleine Workshopreihe aufsetzen, die unterschiedliche Aspekte der Nachfolge weiter vertiefen soll.“

Die Veranstaltung machte deutlich: Unternehmensnachfolge hat viele Gesichter – entscheidend sind der Mut, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen, und starke Partner, die den Prozess begleiten.

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