Der Landkreis Holzminden hat eines seiner größten Straßenbauprojekte der vergangenen Jahrzehnte erfolgreich abgeschlossen: Auf der Ottensteiner Hochebene wurden insgesamt rund zwölf Kilometer Kreisstraßen umfassend saniert. Rund drei Millionen Euro wurden in die Erneuerung der Kreisstraßen 11, 12 und 38 investiert. Ermöglicht wurde die Maßnahme durch eine Förderung in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro aus Mitteln des Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes. Das Land hatte diese Mittel als Ausgleich für die zusätzliche Belastung der Kreisstraßen während der notwendig gewordenen Sperrung der Bundesstraße B83 bei Steinmühle von Mai 2018 bis Anfang September 2022 bereitgestellt.
Landrat Michael Schünemann und Kreisbraurat Ralf Buberti zeigten sich bei einem gemeinsamen Termin mit den am Bau beteiligten Firmen und der Straßenmeisterei des Landkreises erfreut über den erfolgreichen Abschluss der Arbeiten. „Mit dieser Investition haben wir die Verkehrsinfrastruktur auf der Ottensteiner Hochebene nachhaltig gestärkt. Die Straßen sind nun wieder in einem sehr guten Zustand und für die kommenden Jahre bestens gerüstet“, befand der Landrat. Mein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die dieses anspruchsvolle Projekt mit großem Engagement und hoher Fachkompetenz umgesetzt haben.“
Neben der Straßenverbindung zwischen Kemnade über Brökeln nach Hehlen umfasste die Maßnahme auch den Abschnitt in Richtung Hohe zur Anschlussstelle an die B83 bei Pegestorf sowie den Abzweig der K38 bis nach Ottenstein. Erneuert wurden gezielt die Streckenabschnitte, die durch den Umleitungsverkehr besonders stark beansprucht worden waren. Der Ausbau erfolgte auf der vorhandenen Trasse im Hocheinbau. Hierfür wurden zwei neue Asphaltschichten auf die bestehende Fahrbahn aufgebracht und so eine dauerhaft leistungsfähige Fahrbahn geschaffen. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Erneuerung der Entwässerung. Rund 6,5 Kilometer Muldenrinnen wurden erstmals im Landkreis mit einem modernen Gleitschalenfertiger als durchgehendes Betonbauwerk hergestellt.
Das innovative Verfahren erwies sich als voller Erfolg. Während bei der herkömmlichen Bauweise einzelne Betongossensteine verlegt werden müssen, hat der Gleitschalenfertiger täglich rund 500 bis 600 Meter Muldenrinne fertigen können. Dadurch hätte die Bauzeit erheblich verkürzt werden könne, wenn nicht der strenge, über vier Monate anhaltende Winter eine zügigere Fertigstellung verhindert hätte.
„Wir haben mit dieser Bauweise sehr gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Kreisbaurat Ralf Buberti, der sich auch bei dem Planer Jens Caninenberg und den beiden das Großprojekt überwachsenden Bauwarten Marco Eikhoff und Jan Kammel von der Straßenmeisterei des Landkreises für ihre gute Arbeit bedankte. „Das war eine anspruchsvolle Baumaßnahme, die in Ausführungsqualität und -umsetzung unsere Erwartungen voll erfüllt haben. Unsere Straßenmeisterei hatte wirklich jederzeit alles im Griff.“ Absolut erfreulich sie auch, dass man in dem ursprünglich vorgegebenen Kostenrahmen von drei Millionen Euro geblieben sei.
Auch Landrat Michael Schünemann zieht ein positives Fazit: „Mit dem Abschluss dieser Baumaßnahme haben wir nicht nur die Verkehrssicherheit und den Fahrkomfort deutlich verbessert, sondern zugleich gezeigt, dass sich der Einsatz moderner Bauverfahren lohnt. Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von Landkreis, Fördermittelgebern, Planern und ausführenden Unternehmen.“ Er wünsche sich, so der Landrat, eine ebenfalls schnelle und gute Lösung auch für die stark in Mitleidenschaft gezogenen Landesstraßen auf der Hochebene.