„Wir nehmen uns Zeit“, unter diesem Motto stand der Fachtag zur Slow Pedagogy im Kita-Alltag. Organisiert und durchgeführt wurde das Treffen von den Kita-Fachberatungen des Landkreises Holzminden in Kooperation mit der KVHS Holzminden und dem nifbe – Niedersächsisches Institut für frühkindliche Bildung. Rund 75 pädagogische Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen der Region trafen sich in der Aula des Campe-Gymnasiums, um sich mit einer Frage auseinanderzusetzen, die im oft hektischen Kita-Alltag aktueller kaum sein könnte: Wie gelingt es, Kindern Zeit für Entwicklung, Bildung und Beziehung zu geben?
Zum Auftakt begrüßten KVHS-Leiterin Corinna Schmidt sowie die Dezernentin für Jugend, Gesundheit und Soziales des Landkreises Holzminden, Stefanie Ahlborn, die Teilnehmenden. Beide betonten die Wert einer Pädagogik, die Kinder in ihrem eigenen Tempo begleitet und gleichzeitig die Bedürfnisse aller im Blick behält. Inhaltlich führten zwei Impulsvorträge in das Thema ein. Mit dem ersten Vortrag wurde die „Langsame Pädagogik im Kita-Alltag in Norwegen“ vorgestellt. Dabei erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die norwegische Frühpädagogik, in der Ruhe, Spiel, Wohlbefinden und gemeinsames Lernen einen hohen Stellenwert besitzen. Der zweite Impulsvortrag „Warum wir uns keine Zeit nehmen“ richtete den Blick auf die Ursachen von Zeitdruck und Beschleunigung im Alltag und regte dazu an, neue Wege zu mehr Gelassenheit und Selbstfürsorge zu entdecken.
Am Nachmittag konnten die Teilnehmenden das Thema in fünf Workshops vertiefen. Die Angebote beschäftigten sich mit einer beziehungsorientierten Eingewöhnung, tiergestützten Interventionen, dem Einsatz von Videografie zur Wahrnehmung kindlicher Lernprozesse, Möglichkeiten der Entschleunigung im Krippenalltag sowie der Stärkung von Resilienz und Wohlbefinden.
Der Fachtag machte deutlich, dass Langsamkeit in der pädagogischen Arbeit weit mehr bedeutet als ein geringeres Tempo. Sie schafft Raum für Beobachtung, Beziehung und echtes Interesse an den Themen der Kinder. Mit zahlreichen Anregungen für die Praxis, inspirierenden Gesprächen und neuen Perspektiven kehrten die Teilnehmenden in ihre Einrichtungen zurück, mit dem gemeinsamen Gedanken, dass gute Bildung vor allem eines braucht: Zeit.