Veröffentlicht am 07.11.2022 11:57, aktualisiert am 16.11.2022 13:41

Weserbergland unter den Rädern

Die Jungfern-Fahrt der Bimmelbahn fand bei bestem Sonntagswetter statt. (Foto: LGS 2023 Höxter/Manuela Puls)
Die Jungfern-Fahrt der Bimmelbahn fand bei bestem Sonntagswetter statt. (Foto: LGS 2023 Höxter/Manuela Puls)
Die Jungfern-Fahrt der Bimmelbahn fand bei bestem Sonntagswetter statt. (Foto: LGS 2023 Höxter/Manuela Puls)

Von diesem Sonntagsausflug kann Lia im Kindergarten erzählen: Die Vierjährige ist mit ihrer Familie bei der Jungfernfahrt der Gartenschau-Bimmelbahn dabei. An einem strahlend-sonnigen Novembermorgen nehmen 30 glückliche Gewinner und Gewinnerinnen auf dem Betriebshof von Risse Reisen in Höxter Platz in den Waggons. Es geht nach Holzminden zum "Herbstglühen".
"Alle bitte auf der rechten Seite einsteigen", lautet die Anweisung. Vorn am Steuer der Elektro-Bahn sitzt heute nicht "Lukas, der Lokomotivführer", sondern Lothar, der Busfahrer (Mathias). Was die Bimmelbahn von einem Bus unterscheidet? "Sie ist erst einmal viel langsamer unterwegs, aber trotz ihrer gut 18 Meter Länge recht wendig", sagt er. Mit maximal 25 Stundenkilometern kann die noch namenlose Bahn durch die Gegend rollen – doch das fühlt sich auf dem Radweg Richtung Holzminden schon relativ flott an.
Nach wenigen Minuten tauchen die Doppeltürme des Corveyer Westwerks auf und kurz darauf erreicht die Bahn die Weser, die heute blau in der Sonne glitzert. "Ist das nicht herrlich", geraten die Bahn-Insassen ins Schwärmen und stimmen sogar prompt das Weserlied an. Erstaunte Radfahrer werden "angebimmelt", Lia entdeckt Enten und Rinder am Ufer. "Nicht zu weit hinauslehnen", mahnt die Mama.
Auf Höhe der Tonenburg raschelt das Laub unter den Reifen. Manchmal werden die Bimmbahn-Gäste ein bisschen durchgerüttelt und geschüttelt – aber das erhöht nur den Spaßfaktor. Wer schlau ist, hatte wegen des frischen Herbstwindes an Mütze, Schal oder Stirnband gedacht. Seitliche Glasscheiben schützen vor zu viel Zug im Zug. Etwa eine halbe Stunde ist vergangen, ehe die Gartenschau-Bahn Holzminden erreicht.
Dann ist das alte Holzmindener Speicherhaus in Sicht. Die kleine Steigung vor der Weserbrücke macht der fast voll besetzten Bimmelbahn doch ein bisschen Mühe: "Oh, Oh – alle aussteigen und schieben", unken die ersten. Doch natürlich klappt es doch – unter den Blicken freundlich winkender Passanten auf der Weserbrücke.
In der Nähe des Holzmindener Marktplatzes ist dann Endstation. Hier warten schon Holzmindens Bürgermeister Christian Behlke und Gartenschau-Elfe Holli auf die Gäste. "Total schön" sei die Fahrt gewesen, meint eine Teilnehmerin aus Holzminden. "Es war sehr idyllisch mit den Tieren, der Weser und den blühenden Blumenfeldern."
Auch Lothar Mathias hält die Premiere für geglückt: "Hat super geklappt. Es hat allen gut gefallen", lautet sein Fazit. In Holzminden dreht er mit der Bahn noch ein paar kostenlose Runden für die Marktbesucher, ehe er seine Fahrgäste wieder nach Höxter kutschiert. Dort wird die Bimmelbahn nächstes Jahr zur Landesgartenschau zwischen Corvey und der Innenstadt pendeln. Zuletzt war sie in Bad Lippspringe im Einsatz, aber jetzt hat sie auf alle Fälle das Weserbergland erobert.

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