Vor kurzem ist die Sonderausstellung „Mit Spaten und Kelle – 40 Jahre Stadtarchäologie Höxter“ im ehemaligen Schuhhaus Meyer an der Marktstraße 33 eröffnet worden. Stadtarchäologe Ralf Mahytka und Stadtarchivar Michael Koch, die die Ausstellung gemeinsam konzipiert hatten, grüßten die Anwesenden.
Der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Stefan Fellmann, begrüßte besonders den Stadtarchäologen Ralf Mahytka, der gemeinsam mit seinem Team dafür sorgt, dass die Geschichte der Stadt Höxter nicht nur in Büchern nachzulesen ist, sondern immer wieder ganz konkret aus dem Boden ans Licht kommt.
Ebenso begrüßte Fellmann den Vorsitzenden des Heimat- und Verkehrsvereins Höxter, Norbert Drews, der dieses Ausstellungsprojekt großzügig unterstützt. Ein Dank gilt auch Hermann Krekeler, der die Räumlichkeiten für die Sonderausstellung zur Verfügung stellt.
Die Ausstellung ist im Schaufenster des ehemaligen Schuhhauses Meyer (Marktstraße 33) eingerichtet und rund um die Uhr frei zugänglich. Der Blick durch das Schaufenster ist kostenlos und ermöglicht allen Interessierten jederzeit einen Einblick in die archäologische Geschichte Höxters.
Die Stadtarchäologie in Höxter gibt es seit 1986. In Westfalen ist sie die erste kommunale Einrichtung dieser Art. Erster Stadtarchäologe ist Andreas König. Doch die Geschichte der Archäologie in Höxter reicht noch weiter zurück. Dazu gibt es jetzt eine Ausstellung in einem Schaufenster des ehemaligen Schuhgeschäfts Meyer in der Marktstraße 33.
Bereits in den 1960er Jahren unternimmt Hans-Georg Stephan, erst als Schüler des König-Wilhelm-Gymnasiums und später als Student der Ur- und Frühgeschichte, Ausgrabungen in den großen Baugruben in der Innenstadt von Höxter, die während der Sanierung der Kernstadt entstehen. Stephan ist damals sicherlich der Wegbereiter für die Gründung der Stadtarchäologie in Höxter im Jahr 1986.
Bis heute hat die Stadtarchäologie mehrere archäologische Großprojekte im Rahmen von Bauvorhaben gestemmt. Dazu zählen zum Beispiel die umfangreichen Ausgrabungen von 1988/89 auf der Baustelle für die Postfiliale gleich gegenüber dem Rathaus oder die umfangreichen Untersuchungen von 2021 bis 2023 im Vorfeld der unvergessenen Landesgartenschau in Höxter und Corvey. Aber auch die vielen kleineren Ausgrabungen bringen immer wieder neue Funde und Geschichten über Höxter und die Menschen, die hier seit über 1200 Jahren leben, ans Tageslicht.
Aktuell gibt es über 350 archäologische Fundstellen in der Kernstadt Höxter und den zugehörigen Ortschaften. Das Magazin der Stadtarchäologie ist randvoll. „Das Jubiläum bietet nun eine passende Gelegenheit, um einen Teil der Funde der Öffentlichkeit zu präsentieren“ sagt Ralf Mahytka, der seit Oktober 2022 die Stadtarchäologie übernommen hat und zusammen mit Michael Koch vom Stadtarchiv die Ausstellung zusammengestellt hat. „Für mich ist das sehr wichtig, denn unsere Arbeit findet nicht nur im Elfenbeinturm statt,“ betont Mahytka.
Die Ausstellung im ehemaligen Schuhhaus Meyer ist ein pragmatischer und günstiger Weg, dieses Vorhaben umzusetzen. Ein Zeitstrahl zeigt Exponate von der Jungsteinzeit bis zur Moderne. „Zwischen unserem ältesten Exponat, einem Steinbeil, und dem jüngsten, einem Kunststoffhasen, liegen etwa 5300 Jahre“, erklärt Ralf Mahytka. Daneben gibt es noch vier Einzelthemen. Vitrine 1 beschäftigt sich mit einem ehemaligen Wohnviertel der Oberschicht gleich gegenüber dem historischen Rathaus. Vitrine 2 gibt einen Einblick über die sehr gute Zusammenarbeit der Stadtarchäologie mit dem Stadtarchiv seit den 1990er Jahren. Vitrine 3 beschäftigt sich mit einem kurzen und vermutlich weitestgehend unbekannten Kapitel der Höxteraner Stadtgeschichte, als hier im 18. Jahrhundert eine Porzellanmanufaktur errichtet werden soll. Vitrine 4 schließlich stellt die untergegangene Stadt Corvey im Weserbogen vor.