Defibrillatoren können Leben retten, darüber herrscht mittlerweile einmütiger Konsens. Bei lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen kommt es auf nur wenige Minuten an, der schnelle Einsatz eines solchen medizinischen Impulsgebers über Stromstöße durch Ersthelfende kann ermöglichen, was nach dem Eintreffen des Rettungsdienstes vielleicht schon zu spät ist: den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen und damit das Leben zu erhalten. Der Landkreis hat jetzt sechs Geräte beschafft, die in verschiedenen landkreiseigenen Gebäuden angebracht wurden. Eine hauseigene erste Schulung hat die sogenannten AED´s erklärt.
AED, das ist die Abkürzung für automatisierte externe Defibrillatoren. Sie sind speziell für medizinische Laien konzipiert und sollen auch Menschen, die mit solcher Technik für gewöhnlich nicht umgehen, eine leichte Handhabung über Sprach- und Bildanweisungen geben. Schritt für Schritt werden potentielle Ersthelfende nach Einschalten des Gerätes so geführt, dass er oder sie im medizinischen Notfall allein schnelle Maßnahmen ergreifen kann. Besser natürlich, wenn noch eine zweite Person unterstützen kann, denn einen Notruf absetzen und eine Herzrhythmusmassage von Hand sollten auf jeden Fall auch vorgenommen werden. Für die Anwendung des AED´s allerdings braucht es nur wenige Handgriffe, alles wichtige Begleitmaterial, wie etwa eine Schere zum Entfernen der Kleidung liegt dem Gerät bei. Ein Umstecken der auf den Brustkorb aufzuklebenden Pads ist dabei nicht mehr nötig, die neuen Geräte verfügen darüber hinaus auch noch über einen Kindermodus, der alter- und gewichtsentsprechend eingeschaltet werden kann. Zusätzliche Sicherheit bietet das Gerät dadurch, dass es zunächst selbst eine Messung vornimmt und damit selbständig klärt, ob ein lebensrettender Stromstoß wirklich notwendig ist.
Beschafft hat die AED´s der Bereich Arbeitsschutz des Landkreises. Nachdem ein vom Seniorenrat seinerzeit gespendeter Defibrillator fürs Gesundheitsamt den aktuellen Anforderungen nicht mehr genügte, hatten sich Denise Kupzog und Kiber Demir um die Auswahl des Gerätes mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis bemüht und gleich sechs Geräte davon beschafft: jeweils ein Gerät für das Hauptgebäude der Kreisverwaltung, für das Gesundheitsamt, für das Straßenverkehrsamt, für das Schloss Bevern und für die Wirtschaftsförderung (Neue Straße 18).
Angewendet werden kann und sollen die Geräte natürlich im Bedarfsfall für alle, also auch, wenn sich außerhalb der Gebäude ein Notfall ergeben sollte. Allen ausgebildeten Ersthelfenden des Landkreises Holzminden werden Flyer ausgehändigt, auf denen sich ein QR-Code mit einem Anwendungs- und Erklär-Video befindet. Darüber hinaus werden in den Landkreisgebäuden auch noch Flyer verteilt und ausgelegt.
„Ich bin froh, dass wir in eine solche Soforthelfermaßnahme investiert haben und damit für den medizinischen Notfall gerüstet sind“, erklärt Landrat Michael Schünemann während der ersten Schulung. „Ab sofort steht das Gerät den Bediensteten der einzelnen Liegenschaften des Landkreises sowie den Bürgerinnen und Bürgern im Ernstfall zur Verfügung.