Der Kabarettist Jochen Malmsheimer erhält am 12. September den Peter-Hille-Literaturpreis „Nieheimer SCHUHU“ | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 26.06.2026 13:11

Der Kabarettist Jochen Malmsheimer erhält am 12. September den Peter-Hille-Literaturpreis „Nieheimer SCHUHU“

So schaut er aus, der Nieheimer Schuhu, der alle drei Jahre einem bekannten westfälischen Künstler verliehen wird.  (Foto: privat)
So schaut er aus, der Nieheimer Schuhu, der alle drei Jahre einem bekannten westfälischen Künstler verliehen wird. (Foto: privat)
So schaut er aus, der Nieheimer Schuhu, der alle drei Jahre einem bekannten westfälischen Künstler verliehen wird. (Foto: privat)
So schaut er aus, der Nieheimer Schuhu, der alle drei Jahre einem bekannten westfälischen Künstler verliehen wird. (Foto: privat)
So schaut er aus, der Nieheimer Schuhu, der alle drei Jahre einem bekannten westfälischen Künstler verliehen wird. (Foto: privat)

Zu den Leuten, die Eulen nach Athen tragen, gehört er wahrlich nicht, der als Kabarettist und Wortakrobat über die Landesgrenzen hinaus bekannte und gefeierte Jochen Malmsheimer. Er zählt vielmehr zu jenen bewundernswerten Menschen, die mit klugem Kopf und präziser Wortwahl selbst die schwierigsten Dinge auf den Punkt zu bringen wissen. So ist es nur natürlich, dass die Säle bei seinen Auftritten im ganzen Land voll besetzt sind und er den Fernsehenden in ihren Wohnzimmern ein gern gesehener Gast ist.

Abwechslung hat Jochen Malmsheimer offensichtlich genug. Doch nun hat er die Einladung zu einer Veranstaltung angenommen, die ihn in den ostwestfälischen Ort Nieheim und dort in einen Schafstall auf dem Kulturgut Holzhausen führen wird. Eingeladen hat ihn dorthin die Peter-Hille-Gesellschaft e.V., die sich als Vereinigung der Freunde des in Erwitzen geborenen Dichters versteht. Und sie hat wahrlich Großes mit dem im westfälischen Essen geborenen Kabarettisten vor, denn er soll dort mit dem „Nieheimer Schuhu“ ausgezeichnet und geehrt werden. Somit einem Preis, den bislang nur bekannte und geschätzte Künstler wie Erwin Grosche, Fritz Eckenga, Wiglaf Droste, Hans Zippert, Bernd Gieseking und Sarah Hakenberg entgegennehmen konnten. Stattfinden soll die Preisverleihung am 12. September 2026 um 19 Uhr. Stifter des mit 5.000 Euro dotierten Literaturpreises sind die Stadt Nieheim, die Bürgerstiftung Nieheim und die Sparkasse Paderborn-Detmold- Höxter. Gefertigt hat die Bronzeskulptur der Künstler Bernd Bergkemper. Die Laudatio wird der zweite SCHUHU-Preisträger, der Kabarettist und Buchautor Fritz Eckenga halten. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Wortakrobat und Humorist mit Herz und klugem Kopf

Bei der Auswahl des 7. SCHUHU-Preisträgers hat sich die Jury von der „Wortakrobatik und den treffenden Texten mit den verblüffenden Neologismen und Wortspielen“ beeindrucken lassen, die Malmsheimer in „gewaltige Satz-Ungetüme verpackt, die gedankliche Salti vollführen und auf einer stupenden Bildung fußen.“ Weiter heißt es: „Mit einer geradezu überbordenden Formulierungslust, die einer ungeheuren Assoziationskraft entspringt und auf der Bühne zu vitalen Temperamentsausbrüchen in atemberaubendem Sprechtempo führt, treibt Malmsheimer die Pointen in immer neue Höhen. Er begeistert mit einer Kunstform, die zu Recht als ‚episches Kabarett‘ bezeichnet wird.“ In der weiteren Begründung wird der für Hille wichtige „tiefwitternde Lebenssinn“ hervorgehoben, der seine Kabarettprogramme durchzieht. „Damit“, so argumentiert die Jury, „versteht er sich nicht als politischer Kabarettist, wohl aber als hellwacher Humorist im Sinne Peter Hilles.“ Denn dieser schrieb über den Humor folgenden Satz: „Er rührt und stimmt fröhlich. Der Mensch findet sich ganz in ihm wieder.“ Bei Malmsheimer hört sich das dann so an: „Humor kann und will die Welt nicht retten, aber er kann ein Freund sein, ein Gehilfe, ein Tröster; eben ein Begleiter durch die Fährnisse des Alltags.“ Als positives Zeichen wertete die Jury Malmsheimers Eintreten gegen jede Art von Fremdenhass sowie jeden ideologischen oder religiösen Fanatismus. Hervorgehoben wird seine klare Position für eine Bildung jenseits von Fernsehen und Internet.

Einem breiten Publikum wurde der künftige SCHUHU-Preisträger durch seine Fernsehauftritte, u.a. mit Urban Priol und Georg Schramm in der ZDF-Sendung „Neues aus der Anstalt“, bekannt. Als legendär gelten seine Lese-Auftritte mit Jürgen von der Lippe. Er veröffentlichte Bücher und gewann mehrere Preise. Darunter den Prix Pantheon, den Salzburger Stier, den Deutschen Kleinkunstpreis, den Bayerischen Kabarettpreis, den Schweizer Kabarett-Preis-Cornichon und noch einmal den Deutschen Kabarettpreis.

Laut Aussage des Vorsitzenden der Peter-Hille-Gesellschaft e.V., Dr. Michael Kienecker, ehrt der Nieheimer SCHUHU Autorinnen und Autoren, die in Westfalen geboren wurden, in Westfalen leben oder deren Werk einen besonderen Bezug zu Westfalen aufweist. Der Preis wird im Turnus von drei Jahren von der 1983 gegründeten Peter-Hille-Gesellschaft verliehen. Er erinnert an den im Jahr 1854 in Erwitzen (jetzt Ortsteil von Nieheim) geborenen Peter Hille, der als Berliner Dichter-Bohemien in die Literaturgeschichte einging. Hilles eigens für das Kabarett geschriebenen „Lieder des betrunkenen Schuhus“ geben dem Preis seinen Namen. Weitere Informationen zur Hille Gesellschaft finden sich im Internet unter www.peter-hille-gesellschaft.de. Wer sich näher für den künftigen SCHUHU-Preisträger interessiert, findet alle Informationen unter https://jochenmalmsheimer.de.

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