„Sozialer Trainingskurs“ als konstantes Angebot | OWZ zum Sonntag

Veröffentlicht am 05.11.2026 09:57

„Sozialer Trainingskurs“ als konstantes Angebot

Projekt Begegnung und der Kreis Höxter machen mit einer Kooperation den Sozialen Trainingskurs zu einem verlässlichen Angebot. Darüber freuen sich (v.l.): Marion Kuntsch und Robert Hartmann von Projekt Begegnung, Christian Rodemeyer und Thomas Schreiner vom Kreis Höxter sowie Sarah Austermühl von Projekt Begegnung.  (Foto: Schwannecke / Projekt Begegnung)
Projekt Begegnung und der Kreis Höxter machen mit einer Kooperation den Sozialen Trainingskurs zu einem verlässlichen Angebot. Darüber freuen sich (v.l.): Marion Kuntsch und Robert Hartmann von Projekt Begegnung, Christian Rodemeyer und Thomas Schreiner vom Kreis Höxter sowie Sarah Austermühl von Projekt Begegnung. (Foto: Schwannecke / Projekt Begegnung)
Projekt Begegnung und der Kreis Höxter machen mit einer Kooperation den Sozialen Trainingskurs zu einem verlässlichen Angebot. Darüber freuen sich (v.l.): Marion Kuntsch und Robert Hartmann von Projekt Begegnung, Christian Rodemeyer und Thomas Schreiner vom Kreis Höxter sowie Sarah Austermühl von Projekt Begegnung. (Foto: Schwannecke / Projekt Begegnung)
Projekt Begegnung und der Kreis Höxter machen mit einer Kooperation den Sozialen Trainingskurs zu einem verlässlichen Angebot. Darüber freuen sich (v.l.): Marion Kuntsch und Robert Hartmann von Projekt Begegnung, Christian Rodemeyer und Thomas Schreiner vom Kreis Höxter sowie Sarah Austermühl von Projekt Begegnung. (Foto: Schwannecke / Projekt Begegnung)
Projekt Begegnung und der Kreis Höxter machen mit einer Kooperation den Sozialen Trainingskurs zu einem verlässlichen Angebot. Darüber freuen sich (v.l.): Marion Kuntsch und Robert Hartmann von Projekt Begegnung, Christian Rodemeyer und Thomas Schreiner vom Kreis Höxter sowie Sarah Austermühl von Projekt Begegnung. (Foto: Schwannecke / Projekt Begegnung)

Anders als im Erwachsenenstrafrecht steht beim Jugendstrafrecht nicht die Strafe, sondern vielmehr der sogenannte Erziehungsgedanke im Vordergrund. Um hier zukünftig auch kurzfristig agieren zu können, hat der Kreis Höxter mit Projekt Begegnung eine Kooperation abgeschlossen, mit der ein Sozialer Trainingskurs als konstantes Angebot eingerichtet wird. „Dadurch entfallen die oftmals schwierigen Wartezeiten“, freut sich Christian Rodemeyer vom Kreis Höxter, Leiter der Abteilung Kinder, Jugend und Familie.

Schon seit vielen Jahren beweist Projekt Begegnung im Landkreis Holzminden seine Kompetenz auf dem Gebiet der ambulanten sozialpädagogischen Angebote nach dem Jugendgerichtsgesetz. „Sehr gerne unterstützen wir nun auch den Kreis Höxter mit dem Angebot eines sozialen Trainingskurses in offener Form, bei dem wir Teilnehmende jederzeit in den Kurs integrieren können“, sagt Robert Hartmann, Geschäftsführer der Projekt Begegnung gGmbH. Ein Jugendrichter oder eine -richterin könne straffällig gewordenen Jugendlichen und Heranwachsenden im Alter von 14 bis 21 Jahren im Rahmen von Erziehungsmaßregeln verschiedene Weisungen zur Lebensführung erteilen – dazu zählt vor allem die Teilnahme an solchen sozialen Trainingskursen.

„Die Anzahl der Teilnehmenden am Kurs beträgt in der Regel mindestens drei und höchstens acht Jugendliche und Heranwachsende. Die Anzahl ist abhängig von ihren Bedürfnissen und dem erzieherischen Bedarf“, erläutert Marion Kuntsch von Projekt Begegnung, Handlungsfeldleitung Familie und Soziales. Der Soziale Trainingskurs findet einmal pro Woche in den Räumlichkeiten des Kreises Höxter am Standort Brakel statt. In den Schulferien werden zudem bedarfsorientierte Tagesaktionen durchgeführt aus den Themenspektren Bildung, Kultur und Sport. „Vor dem Hintergrund des erzieherischen Handlungsansatzes des Jugendstrafrechts trägt unser Angebote dazu bei, jungen Menschen, die eine Straftat begangen haben, ein sozial verantwortliches und normorientiertes Handeln zu vermitteln sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Straftat und deren Folgen zu fördern. Damit wollen wir ihre Kenntnisse, Erfahrungen und Verhaltensweisen stärken, um Rückfälle zu vermeiden und die soziale Integration zu unterstützen“, sagt Kuntsch.

Oftmals benötigen die jungen Menschen Hilfestellung bei der Alltagsbewältigung, beim Aufbau konkreter Teilhabeperspektiven, der konstruktiven Auseinandersetzung mit vorhandenen Schwierigkeiten in den Bereichen Schule, Beruf, Familie, Freizeitgestaltung, Kommunikation und bei der angemessenen Bewältigung von Konflikten. „Jeder junge Mensch, der von uns im sozialen Trainingskurs betreut wird, bringt eigene Anforderungen und Wünsche an seine Zukunft mit. Wir versuchen, durch diese Begleitung eine realistische zukunftsorientierte Perspektive zu entwickeln“, erläutert Marion Kuntsch.

„Wir erhoffen uns die Entwicklung eines realistischen Selbstbildes der Teilnehmenden“, sagt Christian Rodemeyer. Wichtig sei auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen sowie dem gesellschaftlichen Normen- und Wertesystem sowie der begangenen Straftat. „Wir wollen sie motivieren, die gerichtlichen Auflagen zu erfüllen und sich mit Menschen und (Konflikt-)Situationen auseinanderzusetzen. Dabei geht es auch um die Vermittlung von Erfolgserlebnissen und Bestätigung von Leistungen sowie einer Förderung von Eigenverantwortlichkeit und Verantwortungsübernahme in sozialen Beziehungen“, erläutert Rodemeyer. Die Kooperation mit Projekt Begegnung wurde für zunächst zwei Jahre abgeschlossen.

north