2026 steht das Akkordeon im Mittelpunkt: Der Landesmusikrat Schleswig-Holstein kürte es zum Instrument des Jahres, um die Vielseitigkeit, den Klangreichtum und die kulturelle Bedeutung dieses Instruments hervorzuheben. Das Akkordeon ist in vielen Musikrichtungen zuhause. Ob Volksmusik, Klassik, Tango oder Pop – das Akkordeon ist in vielen Stilrichtungen zuhause und begleitet Menschen auf ganz unterschiedliche Weise durchs Leben. Das zeigen auch die Geschichten von Monika Sude und Bernd Rüthers.
Monika Sude spielt mit großer Freude im Akkordeon Orchester Kassel e. V.. Ihre musikalische Reise begann bereits in der dritten Klasse. Später spielte sie im Jugendorchester Bad Arolsen. Dann kam eine längere Pause – Beruf, Familie und andere Verpflichtungen rückten in den Vordergrund, das Akkordeon verschwand für Jahre im Keller.
2019 kam die Initialzündung: Ein befreundeter Musiker fragte nach einem Akkordeon für seine Band. Das alte Instrument war nicht mehr zu retten, ein neues musste her – und Monika Sude begann wieder intensiv zu üben, ausgerechnet während der Corona-Zeit. Auf der Suche nach einem Orchester fand sie schließlich das Akkordeon Orchester Kassel. Nach einem digitalen Vorspielen bei dem Orchesterleiter Markus Gellrich wurde sie aufgenommen und spielt seit 2021 fest im Ensemble. Gespielt werden klassische Werke, Tango, Musicals sowie Rock- und Popsongs. Vier bis sechs Konzerte pro Jahr gehören zum Programm, darunter das beliebte Sommerkonzert im Gräflichen Park. Am 14. Juni 2026 findet dort bereits das fünfte Sommerkonzert statt.
Seit 2012 ist Monika Sude bei der Unternehmensgruppe Oeynhausen-Sierstorpff als Assistentin der Geschäftsführung tätig. Seit 2025 ist sie Vorsitzende der Diotima Gesellschaft e. V. und organisiert mit Freude kulturelle Veranstaltungen.
Einen ganz anderen, ebenso eindrucksvollen Weg mit dem Akkordeon hat Bernd Rüthers eingeschlagen. Der gebürtige Bad Driburger ist eng mit seiner Heimatstadt verbunden. Sein musikalischer Weg begann 1987 im Spielmannszug Grün-Weiß Pömbsen e.V., wo sein Interesse für das Akkordeon geweckt wurde. Kurz darauf nahm er Unterricht.
Heute tritt Bernd Rüthers regelmäßig in Seniorenheimen, bei Geburtstagen, Familienfeiern, im Karneval, zu Silvester oder bei Vereinsveranstaltungen auf. Besonders wichtig ist ihm dabei der direkte Kontakt zu den Menschen. Auch ernste Anlässe gehören zu seinem musikalischen Weg, etwa ein Requiem im Frühjahr 2025, bei dem er mit dem Lied „Die kleine Kneipe“ berührte.
Bernd Rüthers ist nicht nur Musiker, sondern auch fest im Bad Driburger Leben verwurzelt. 2007 war er Karnevalsprinz der Karnevalsgesellschaft Rot-Weiße Garde e. V. Bad Driburg. Heute arbeitet er als Restaurantleiter im „Pferdestall“. Das Akkordeon begleitet ihn überall – sogar auf Reisen.
Ob im Orchester oder als Solist: Monika Sude und Bernd Rüthers zeigen auf unterschiedliche Weise, warum das Akkordeon 2026 zu Recht im Mittelpunkt steht – als Instrument voller Ausdruckskraft, Nähe und Lebensfreude.